Kapitel 3: Meditation – positive Wirkung auf Körper und Geist

Die regelmäßige Meditation beeinflusst unser Gehirn und kann zu einem entspannten Umgang mit stressigen Situationen führen. | Andrey Popov – Fotolia

Mit ein bisschen Übung lässt sich durch Meditation recht schnell eine entspannende Wirkung erzielen. Wie, das haben die im zweiten Kapitel zum Gästeblogbeitrag „Meditation“ vorgestellten Techniken gezeigt. Wer längerfristig meditiert, erlebt nach den Kenntnissen von Autorin Katharina Bittmann viele weitere positive Effekte.

Meditation tut mir gut. Seit ich regelmäßig meditiere, bin ich ruhiger, gelassener, aber auch konzentrierter. Dass das keine subjektive Empfindung ist, bestätigt mir die Wissenschaft. Meditation wirkt auf körperlicher und geistiger Ebene, wie Studien zeigen konnten: Regelmäßiges Meditieren beeinflusst das Gehirn nachhaltig. Emotionskontrolle, Aufmerksamkeit, Introspektion, selbst Mitgefühl können mit geeigneten Meditationspraktiken trainiert und sogar das Schmerzempfinden beeinflusst werden.

Einer der führenden Meditationsforscher im deutschen Raum ist der Psychologe Dr. Ulrich Ott an der Universität Gießen. Im Bender Institut of Neuroimaging untersucht er die Gehirne von Menschen, die im Kernspintomografen meditieren. Die Hirnforschung sieht Meditation als mentales Training, das die Selbstwahrnehmung und die Selbstregulation verbessern kann. Erforscht wird zum einen, welchen Einfluss die Meditation auf das vegetative Nervensystem hat, also wie es auf Entspannung reagiert. Zum anderen, wie sich das Bemühen, die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt zu halten, auswirkt.

Mehr Selbstwahrnehmung und Mitgefühl

Dr. Ulrich Ott1¹ und sein Team untersuchten unter anderem die Auswirkungen des bewährten Achtsamkeits-basierten Meditationsverfahrens MBSR (Mindfulness-Based-Stress-Reduction) mittels Hirnscan. Nach acht Wochen MBSR-Praxis berichteten die Teilnehmer, besser mit Stress umgehen zu können. Gleichzeitig zeigten sich auch deutliche Veränderungen in der Hirnstruktur: Zum einen weniger Dichte der grauen Substanz an der Amygdala, die für die Verarbeitung von Stress und Angst wichtig ist, zum anderen mehr Dichte im Hippocampus und Regionen, die für Selbstwahrnehmung und Mitgefühl zuständig sind.

Auch die Hirnforscherin Prof. Tania Singer², Direktorin des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, arbeitet seit Jahren daran, die günstigen Auswirkungen von Meditation auf das menschliche Gehirn mit Hilfe von Hirnscans nachzuweisen. Unter anderem initiierte sie das ReSource Projekt, eine weltweit einzigartige, groß angelegte Studie zum mentalen Training mithilfe westlicher und fernöstlicher Methoden der Geistesschulung. Ein Teil der Studie untersucht die subjektiven, neuronalen, hormonellen Veränderungen, die mit dem mentalen Training von sozio-affektiven und kognitiven Fähigkeiten (wie z. B. Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Empathie, prosoziale Motivation, Mitgefühl, Emotionsregulation, Perspektivübernahme auf das Selbst und auf andere) einhergehen.

Von Schmerz bis Krebs

Das zeigt, dass Meditation schon lange aus der esoterischen Ecke gerückt wurde und in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen gelangt ist. Auch im therapeutischen Bereich wird Meditation mittlerweile erfolgreich eingesetzt. Nachgewiesen sind positive Ergebnisse bei chronischen Schmerzen, Krebs, koronaren Herzerkrankungen und chronisch psychischen Störungen.

Einen guten Einstieg in die Meditation bieten die MBSR-Kurse, auch bekannt unter dem Titel „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“. Sie werden in den meisten größeren Städten angeboten.

Lesen Sie hier alle Gästeblog-Beiträge von Katharina Bittmann über Meditation.

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