Kapitel 2: Meditation – Techniken so vielfältig wie der Mensch

Vielleicht sind es solche Bilder, die Skepsis erzeugen. Doch die vielfältigen Techniken der Mediation sind schon lange erprobt und finden immer mehr Anhänger. | Bild: Dario – Fotolia

Im ersten Kapitel haben Sie erfahren, wie Autorin Katharina Bittmann zur Meditation kam. Die Meditationstechniken sind insgesamt sehr vielfältig. Wer die Methode anwenden möchte, sollte die für sich passende Technik herausfinden.

Auf meinem Weg zur Selbstwahrnehmung musste ich zunächst lernen wahrzunehmen, was ich bin, wer ich bin und wie ich mich fühle. In dem bereits erwähnten Yoga-Kurs habe ich einige passive und aktive Meditationstechniken kennengelernt, die unter anderem dafür geeignet sind. Diese sind auch Teil der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction, MBSR), die von Jon Kabat-Zinn (geb. 1944), Arzt und später Medizinprofessor, in den USA aus Elementen der buddhistischen Achtsamkeitspraxis entwickelt wurde und die mittlerweile auch wissenschaftlich gut untersucht ist. Zu den Meditationstechniken gehören unter anderen

  • Body Scan (Einüben achtsamer Körperwahrnehmung),
  • Sitzmeditation (Einüben des „Stillen Sitzens“),
  • Gehmeditation (achtsames Ausführen langsamer Bewegungen),
  • Achtsames Yoga (Hatha Yoga).

Mir half der Body Scan beim Yoga zu Beginn der Stunde, ruhig zu werden und anzukommen im Hier und Jetzt. Bei der Übung werden die Gedanken langsam und systematisch durch den Körper geführt. Die Konzentration richtet sich nacheinander auf die verschiedenen Körperteile. Wie fühlt sich mein rechter Fuß an? Spüre ich, wie die Ferse auf dem Boden liegt? Die Konzentration wandert weiter über die Wade, den unteren Rücken, den rechten Arm, die Schultern bis zum Kopf und dann über die linke Körperseite wieder zurück zu den Füßen.

Einen Lufthauch spüren

Die Sitzmeditation ist aufgrund der bekannten sitzenden Buddhafiguren sicherlich die bekannteste Meditationsform. Wichtig hierbei ist die aufrechte, würdevolle Sitzhaltung – Kopf, Nacken und Rücken sollen aufrecht gehalten sein. Ziel der Übung ist, eine konstante und ruhige Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu erzielen. Das ist vor allem für Ungeübte anfangs nicht einfach, weshalb man sich zuerst nur auf den Atem konzentriert. Wie fühlt sich das Einatmen an? Spüre ich einen Lufthauch? Bewegt sich meine Brust, mein Bauch? Der Atem ist sozusagen der Anker, zu dem man immer zurückkehren kann, wenn die Gedanken abschweifen. Der nächste Schritt kann die Konzentration auf Geräusche sein: Welche Geräusche nehme ich war? Höre ich das Ticken einer Uhr? Was dringt von draußen in den stillen Raum? Die Sitzmeditation lässt sich gut zuhause durchführen. Mir helfen schon ein paar Minuten täglich, um innerlich ruhig zu werden.

Die Gehmeditation ist der Sitzmeditation ähnlich. Bei dieser aktiven Meditationstechnik liegt die Konzentration auf den langsamen Bewegungen des Gehens. Wie fühlt es sich an, wenn sich der Fuß vom Boden löst, sich das Bein bewegt, das Knie gefordert ist, und der Fuß wieder auf den Boden aufsetzt? Meine erste Gehmeditation durfte ich bei einem Meditations-Spaziergang durch den Wald erleben. Die Gedanken können sich dabei auf die Geräusche im Wald konzentrieren, auf das Gehen, auf die Kombination von Atmen und Gehen.

Gleichgewicht zwischen Geist und Körper

Auch das Hatha Yoga, das zu den populärsten Yoga-Richtungen weltweit zählt, ist eine aktive Meditationsform. Hier werden körperliche Übungen mit einer bewussten Atmung kombiniert – in den so genannten Asanas liegt die Betonung auf dem Gleichgewicht zwischen Geist und Körper. Bei der Konzentration auf Atem und Bewegung können die Gedanken zur Ruhe kommen.

Wer mit dem Meditieren beginnt, sollte anfangs nicht zu viel von sich erwarten und mit kleinen Übungen beginnen. Die Gedanken aus dem Kopf verscheuchen und an nichts zu denken, erfordert Übung. Anfangs ist dies oft nur für ein paar Minuten möglich, mit regelmäßiger Übung steigen die Konzentration und damit auch die Dauer der Meditationsübung.

Lesen Sie im dritten Kapitel, wie sich die regelmäßige Meditation bei der Autorin positiv auf Körper und Geist ausgewirkt hat.

Lesen Sie hier alle Gästeblog-Beiträge von Katharina Bittmann über Meditation.



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