Neue Studie: Fertiggerichte machen nicht nur dick, sie gefährden auch die Versorgung mit Vitaminen

Immer mehr Menschen in Deutschland greifen zu vorverarbeiteten Lebensmitteln | Bild: Yvonne Bogdanski - Adobe Stock
Immer mehr Menschen in Deutschland greifen zu vorverarbeiteten Lebensmitteln | Bild: Yvonne Bogdanski – Adobe Stock

Immer mehr Menschen in Deutschland greifen zu vorverarbeiteten Lebensmitteln, sog. Convenience Food-Produkten. Doch die Ernährung mit industriell vorgefertigten Lebensmitteln macht nicht nur dick, wie eine im Mai 2019 veröffentlichte amerikanische Studie zeigt. Fertiggerichte haben auch weniger Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und können zu einem Nährstoffmangel beitragen.

Um rund zwei Prozent steigt der jährliche Verbrauch von Convenience Food-Produkten in Deutschland. Für 2019 wird ein Umsatz von rund 5.825 Millionen Euro erwartet. Geschätzte 80 bis 90 Prozent der angebotenen Lebensmittel sind vor-verarbeitet. Zwei Vorteile werden dafür genannt: Vorgefertigte Produkte sind länger haltbar als frische Lebensmittel und sie ersparen dem Verbraucher Zeit bei der Zubereitung. Was aber bedeutet das für die Konsumenten?

Fertiggerichte machen nicht nur dick …

In der kürzlich veröffentlichten amerikanischen Studie wurde untersucht, ob Fertiggerichte die Energieaufnahme beeinflussen. Dazu wurden 20 Erwachsene (Alter zwischen 29 und 33 Jahre und BMI zwischen 25,5 und 28,5 kg/m2) 14 Tage lang mit ähnlich zusammengestellten Mahlzeiten versorgt, die eine Gruppe erhielt die Gerichte aus stark vor-verarbeiteten Lebensmitteln, die andere Gruppe frisch zubereitete Speisen. Jeder konnte essen, so viel er wollte. Nach zwei Wochen wurde getauscht. Wer zuvor Fertiggerichte bekommen hatte, erhielt jetzt frisch zubereitete Speisen und umgekehrt. Wer Fertiggerichte aß, nahm pro Tag im Schnitt 508 kcal mehr zu sich mit einem höheren Anteil an Kohlenhydraten und Fett. Als mögliche Erklärung für die erhöhte Kalorienzufuhr nannten die Studienautoren die um etwa 85 Prozent höhere Energiedichte der Fertiggerichte. Während die Ernährung mit stark vorverarbeiteten Gerichten zu einem Gewichtsanstieg zwischen 0,6 und 1,2 kg führte, senkte der Verzehr frisch zubereiteter Speisen das Gewicht in gleicher Höhe.

…sie gefährden die Versorgung mit Vitaminen

Um die Qualität der Ernährung zu beurteilen, werden Energiedichte (wieviel kcal pro 100 g Lebensmittel) und Nährstoffdichte (Nährstoffgehalt pro 100 kcal) bestimmt. Ungünstig für eine gesunde Ernährung sind eine hohe Energiedichte und ein niedriger Nährstoffgehalt. Es wurde festgestellt, je stärker Lebensmittel vor-verarbeitet sind, umso nährstoffarmer sind sie. Von Dr. med. Volker Schmiedel, Arzt im ganzheitlichen Ambulatorium Paramed in der Schweiz und ehemaliger Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin an der Habichtswaldklinik in Kassel stammt die Aussage: „Die bundesdeutsche Durchschnittskost ist eine Mangelernährung“. Zur Begründung zieht er die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel heran. Demzufolge seien mindestens 5 bis 25 Prozent der Deutschen mit Vitamin A, B2, B6 unterversorgt, mindestens 25 bis 50 Prozent kommen auf keine ausreichende Zufuhr bei den Vitaminen C und E  und bei mehr als 75 Prozent mangelt es an Vitamin D und Folsäure (Vitamin B9). Mindestens 5 bis 25 Prozent der Männer in Deutschland kommen auf keine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen B1 und B12, während mindestens 25 bis 50 Prozent der Frauen eine Unterversorgung mit Vitamin B1 aufweisen. Besorgniserregende Zahlen!

Wann die Vitamin-Werte bestimmt werden sollten

Generell kann es nicht schaden, sich von Zeit zu Zeit auf einen Vitaminmangel testen zu lassen. Aber es gibt Risikogruppen, bei denen eine regelmäßige Bestimmung und gegebenenfalls eine Ergänzung mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Vitaminpräparaten angesagt ist. Dazu zählen Frauen mit Kinderwunsch, während der Schwangerschaft und Stillzeit, ältere Menschen, Menschen mit hoher körperlicher Beanspruchung, Vegetarier und Veganer. Auch wer unter anhaltendem Stress steht, sich vorwiegend mit Fertiggerichten oder Fastfood ernährt oder einen hohen Alkoholkonsum hat, muss mit einem Vitamin-Unterversorgung rechnen und seine Vitamin-Werte bestimmen lassen.

Werden Mangelzustände festgestellt, kann der Therapeut die Einnahme von Vitaminpräparaten empfehlen. Vom Vitaminspezialisten Hevert gibt es: