Schimmel in der Wohnung, Gefahr für die Gesundheit: Mit welchen Hausmitteln lässt er sich entfernen?

Schimmel in der Wohnung gefährdet die Gesundheit: Auch beim Entfernen mit Hausmitteln wie Spiritus, Wasserstoffperoxid oder Essig immer Handschuhe und Mundschutz tragen.

Schimmel an der Wand: Unzureichendes Lüften, kondensierte Feuchtigkeit, Wärmebrücken und strukturelle Schäden im Mauerwerkt gehören zu den Hauptursachen. Bild: Photoboyko

Temperaturunterschiede sowie eine hohe Raumfeuchtigkeit sorgen für Schimmel in der Wohnung. Schimmel in der Wohnung gefährdet jedoch die Gesundheit und sollte rasch entfernt werden. Die gesundheitlichen Folgen können unter anderem Asthma, Kopfschmerzen, Migräne, Atemwegsinfektionen, Müdigkeit und Allergien sein. Um geringen Schimmelbefall zu entfernen, eignen sich bewährte Hausmittel. Der Profi muss bei schwereren Fällen gerufen werden.

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Schimmel in der Wohnung erkennen 

Schimmelsporen finden sich überall in der Natur, doch benötigen Sie bestimmte Voraussetzungen, um sich in der Wohnung zu vermehren und die Gesundheit zu gefährden. Erkennen lässt er sich an schwarzen Flecken an Wänden, Decken und Möbeln sowie an seinem charakteristischen feucht-muffigen Geruch. Kommt es erst einmal zur Bildung dieser Flecken, befinden sich die sehr leichten und widerstandsfähigen Sporen bereits überall in der Wohnung. Daher sollte Schimmel in der Wohnung sofort entfernt werden. Doch können Sie das in Eigenregie erledigen, oder benötigen Sie professionelle Hilfe vom Schimmelexperten? Das hängt unter anderem von diesen Faktoren ab:

  • Größe des Befalls: Das Umweltbundesamt spricht von kleinen Schäden bei einer befallenen Fläche von bis zu 0,5 m2. Ist die Fläche größer, ziehen Sie lieber einen Fachmann zurate
  • Tiefe des Befalls: Auf glattem Grund (Glas, Tapeten) lässt sich der Schimmel gut entfernen, bei porösen Flächen, wie etwa Rauputz, muss von einem Befall der tieferen Wandstrukturen ausgegangen werden. Die befallene Struktur muss mit entfernt werden, was nicht jeder Heimwerker selbst erledigen kann.
  • Personen mit Allergie gegen Schimmelpilzsporen und Schwangere sollten in jedem Fall einen Fachmann oder eine andere Person mit der Entfernung betrauen.

Ursache für Schimmel in der Wohnung ermitteln

Es gibt noch einen weiteren, gewichtigen Grund, fachmännische Unterstützung anzufordern. Der einmal entfernte Schimmel bleibt nur dauerhaft fern, wenn die Ursache ermittelt und behoben wird. Doch gibt es viele mögliche Ursachen, die mitunter in Wechselwirkung zueinander stehen. Das verkompliziert die Ursachenforschung für Laien. Doch gibt es einige einfache Anhaltspunkte:

Schimmel bildet sich immer dort, wo beispielsweise die Luftfeuchtigkeit auf einer Oberfläche kondensiert. Bei der Kondensation handelt es sich um ein Zusammenspiel aus einer erhöhten Luftfeuchtigkeit in der Wohnung und einer niedrigeren Oberflächentemperatur am Schimmelherd. Durch Atemluft, Dampfbildung beim Kochen oder Duschen sowie Wäscheaufhängen wird die Luftfeuchtigkeit erhöht. In der kalten Jahreszeit wird dann meist weniger gelüftet – dafür aber geheizt. Durch Heizen in Herbst und Winter entstehen Wärmeunterschiede zwischen verschiedenen Wandbereichen. Diese Temperaturunterschiede werden durch schlechte Dämmungen noch verstärkt.

Tipp:

Wenn Sie zweimal täglich alle Fenster öffnen und für fünf bis zehn Minuten stoßlüften, kann die feuchte Luft entweichen und durch trockenere, kühlere Luft von außen ausgetauscht werden.

Bei einer anderen Ursache kann die betroffene Wand durch Wasserschäden oder Risse im Mauerwerk dauerhaft nass werden. Durch Undichtigkeiten im Mauerwerk können Feuchtigkeit und Kälte eindringen. Es entstehen Wärmebrücken, an denen die Oberflächentemperatur um mehrere Grad niedriger ist. Oft ist es eine Kombination aus unzureichendem Lüften, Wärmebrücken und strukturellen Schäden im Mauerwerk, die dann zum Ausbrechen von Schimmel führt. Altbauten sind besonders häufig davon betroffen: Schlechte Dämmung der Außenwände und Fensterlaibungen sind die Ursache.

Tipp:

Oft hilft bei Altbauten nur eine Nachbesserung der Dämmmaßnahmen durch eine Fachfirma.

Schimmel entfernen mit Hausmitteln

Wenn Sie nicht schwanger sind, nicht an einer Schimmelpilzallergie oder einer Immunschwäche leiden, können Sie oberflächlichen Schimmel geringen Ausmaßes selbst entfernen. Aber Vorsicht: Chlor- oder acetonhaltige Spezialreiniger aus dem Fachhandel wirken zwar sehr effektiv, chlorhaltige Reiniger können aber die Schleimhäute reizen und sind auch bei Kleinkindern im Haushalt bedenklich. Acetonhaltige Reiniger greifen zudem die Oberflächen unnötig an.

Empfehlenswert sind dagegen Hausmittel, wie Spiritus, 70%iger Alkohol oder Wasserstoffperoxid. Achten Sie bei Spiritus und Alkohol auf eine mehrfache Anwendung, da sie sich schnell verflüchtigen und nicht sofort alle Sporen abtöten.

Spiritus ist für alle Untergründe geeignet, umweltverträglich, fast geruchsneutral und birgt keine Verätzungsgefahr. Er wirkt jedoch nicht gegen Schimmelpilzsporen und hat keine Langzeitwirkung (auch als Depotwirkung bezeichnet). Daher kann der Schimmel bei Nichtbeseitigung der Ursache rasch wiederkommen.

Bei Wasserstoffperoxid sollten Sie auf eine mindestens fünfprozentige Lösung achten. Außerdem wirkt es nur, wenn der Untergrund trocken ist. Das können Sie mit Löschpapier testen.

Essig eignet sich prinzipiell nicht bei kalkhaltigen Untergründen, da diese die Essigsäure neutralisieren. Auf glatten Oberflächen wie im Bad kann er gut eingesetzt werden.

So entfernen Sie Schimmel fachgerecht aus Ihrer Wohnung

Achten Sie darauf, dass bei der Entfernung kein Staub aufgewirbelt wird. Die betroffenen Stellen sollten befeuchtet werden. So vermeiden Sie, dass Schimmelpilzsporen verteilt werden. Wenn Sie einen Sauger verwenden, muss dieser einen HEPA-Filter besitzen. Verwenden Sie bei den Arbeiten zudem Handschuhe, einen Atemschutz und eine Schutzbrille. Das befallene Material sollte in luftdichten Säcken zusammen mit der Arbeitskleidung im Hausmüll entsorgt werden. Sprühen Sie den Spiritus, Essig oder Wasserstoffperoxid gleichmäßig auf oder verteilen Sie das Mittel mit einem Schwamm. Nach 30 Minuten Einwirkzeit entfernen Sie den Schimmel mit Papiertüchern.

Schimmel in der Wohnung vermeiden

Damit es jedoch gar nicht zu Schimmelbefall kommt, können die Bewohner einige einfache Regeln befolgen:

  • Große Möbel mit etwas Abstand zur Wand stellen, um die Luftzirkulation zu verbessern
  • Beim Duschen die Badezimmertür geschlossen halten und danach das Bad gut lüften
  • Die durchschnittliche Raumfeuchtigkeit sollten Sie bei 50-60% halten.
  • Tägliches intensives Stoßlüften: morgens und abends 5 bis 10 Minuten die Fenster komplett öffnen
  • Keine Fenster auf Dauerkipp: Zimmer und Fensterlaibungen kühlen dabei aus und fördern damit die Schimmelbildung


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