Kapitel 2: Wunschkinder – Der sanfte Weg

Die innere Balance ist wichtig auf dem Weg zum Wunschkind

Die innere Balance ist wichtig auf dem Weg zum Wunschkind. | Bild: detailblick – Fotolia

„Entspannt abwarten“, raten die einen, „die Fruchtbarkeit unterstützen“, die anderen. Beides ist richtig. Doch weniger Stress und Lockerheit im Umgang mit dem Thema sind noch keine Garantie für die Erfüllung dieses Lebenstraums. Wer über 30 Jahre alt ist und sich eine Familie wünscht, sollte die Nachwuchsfrage deshalb nicht dem Zufall überlassen. Denn dann tickt die „biologische Uhr“ der Frau unüberhörbar und eine Befruchtung wird von Jahr zu Jahr schwieriger.

Gesunder Lebenswandel

Wichtig ist ein Leben in Balance. Radikale Diäten, aber auch Esssucht haben daher im Alltag nichts zu suchen. Studien zeigen, dass es Frauen mit extremem Unter- oder Übergewicht schwerer haben, schwanger zu werden als Normalgewichtige. Der ideale Fettanteil für Frauen mit Kinderwunsch liegt bei 29 Prozent.

Eine gesunde Mischkost liefert dazu fast alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe, die der Körper in der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft braucht. Ein gesundes Maß an Bewegung und Sport unterstützt ebenso, indem Stress abgebaut und das Immunsystem angekurbelt wird. Zu viel Kaffee und schwarzer Tee dagegen sind nicht förderlich für die Fruchtbarkeit. Einige Studien besagen, dass 300 bis 500 Milligramm Koffein am Tag die Chance einer Schwangerschaft reduzieren können. Je nach Stärke sind das etwa vier bis fünf Tassen Kaffee. Auch Alkohol und Zigaretten schwächen die Fertilität und erhöhen das Risiko für Fehlgeburten.

Phytohormone unterstützen

Eireifung, Eisprung und Einnistung einer befruchteten Eizelle sind auf das perfekte Zusammenspiel von Hormonen angewiesen: Östrogen baut die Gebärmutterschleimhaut auf, Progesteron beziehungsweise Gestagen unterstützt die Einnistung der befruchteten Eizelle. Wichtig sind auch das Follikel-stimulierende Hormon FSH und das luteinisierende (gelbfärbende) Hormon LH. Beide werden bei Männern und Frauen in der Hirnanhangsdrüse gebildet und organisieren die Spermien- und Eizellreifung sowie den Eisprung. Im Normalfall dauert ein weiblicher Zyklus rund 28 Tage. Stark verkürzte oder verlängerte Zyklen deuten auf ein hormonelles Ungleichgewicht hin.

In vielen Fällen reicht es aus, auf die Kraft pflanzlicher Hormone zu setzen. Frauenmantel und Mönchspfeffer zum Beispiel enthalten solche „Phytohormone“, die die Fruchtbarkeit fördern. Ein Tee aus Frauenmantel, täglich in der ersten Zyklushälfte getrunken, kann Eireifung und Eisprung anregen. Danach unterstützt der Kräutertee die Einnistung einer befruchteten Eizelle. Letzteres kann auch die Heilpflanze Mönchspfeffer besonders gut, etwa indem sie die Produktion des Gelbkörperhormons (LH) anregt. Aus ihm bildet sich Progesteron, das wiederum die Gebärmutterschleimhaut auf eine Empfängnis vorbereitet.

Mönchspfeffer senkt aber auch den Prolaktin-Spiegel und hält damit schädliche Stresshormone in Schach. Die Tabletten oder Tropfen sollte man deshalb gezielt in der zweiten Zyklushälfte einnehmen. Männer, die einen zu niedrigen Testosteronspiegel (<12 nmol/l) haben, können diesen auf natürliche Weise zum Beispiel durch Krafttraining, genug Schlaf, regelmäßigen Sex und eine eiweißreiche Kost anheben.

Mikronährstoffe stabilisieren

Ebenso wichtig in der Vorbereitung auf und zur Stabilisierung während einer Schwangerschaft sind Vitamine und Mineralstoffe. Zu den wichtigsten zählen Jod, Selen, Folsäure, Vitamin B1 und B12 sowie das „Sonnenvitamin“ D.

Jod stärkt die Schilddrüse, die maßgeblich für Zykluslänge und Eizellreifung verantwortlich ist. Selen hat ebenso Einfluss auf die Funktion der Schilddrüse. Ein Mangel an diesem Spurenelement kann indirekt die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Folsäure beugt Missbildungen am Embryo vor – ein häufiger Grund für Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft. Man sollte das B-Vitamin deshalb bereits drei Monate vor der geplanten Schwangerschaft zusätzlich in Tablettenform einnehmen. Vitamin B6 wiederum bringt die weiblichen Sexualhormone in Balance; Vitamin B12 unterstützt Spermienproduktion und Eireifung. Vitamin D schließlich soll die Produktion weiblicher Hormone und die Qualität der Spermien erhöhen.

Lesen Sie hier alle Gästeblog-Beiträge von Bianca Lorenz zu den Themen „Wunschkinder“ sowie „Stress und Nervosität“.