Kurkuma – was ist dran am neuen Superfood?

Curcuma
Die Gelbwurz wird im Ayurveda und auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin als scharf, bitter, trocken, leicht, reinigend, stoffwechselanregend und erhitzend beschrieben.

Kurkuma, das aus Asien stammende Gewürz, gilt als das neue Wundermittel schlechthin. Die Pflanze, dem Curry-Pulver seine gelbe Farbe verdankt, ist in der Ayurveda-Medizin schon seit Jahrtausenden ein bewährtes Heilmittel. Als Zutat von „Golden Milk“, Erkältungs-Shots und zahlreichen anderen Zubereitungen hat Kurkuma jedoch erst in den letzten Jahren den Schritt aus der fernöstlichen Naturheilkunde hin zum weltweiten Trendfood gemacht. Inzwischen werden ihre Inhaltsstoffe, allen voran das Curcumin, sogar in der schulmedizinischen Forschung heiß diskutiert. Doch was ist wirklich dran an der gelb-orangen Superwurzel?

Das lesen Sie in diesem Artikel:

Kurkuma – was ist das?
Kurkuma in der Ayurveda-Medizin
Welche Eigenschaften hat Kurkuma?
Welche Wirkung hat Kurkuma aus wissenschaftlicher Sicht?
Was ist drin in Kurkuma?
Kurkuma – was kann man damit machen?
Was ist bei der Einnahme von Kurkuma zu beachten?
Wann hilft Kurkuma, wann nicht?
Wann darf Kurkuma nicht eingenommen werden?

Kurkuma – was ist das?

Kurkuma, auch als Gelbwurz(el) oder in der Schreibweise Curcuma bekannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse. Von den über hundert verschiedenen Kurkuma-Arten ist Curcuma longa die bekannteste. Sie ist in Indien, auf Java und Sumatra, in Thailand, China und sogar in Australien heimisch. Kurkuma liebt Temperaturen von über 21 Grad Celsius sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Im schattigen Boden von Regenwäldern gedeiht sie am besten. In ihren unterirdisch wachsenden Trieben, den sogenannten Rhizomen, speichert die Pflanze besonders viele Nährstoffe.

Kurkuma in der Ayurveda-Medizin

In der Volksmedizin Südostasiens wird die Gelbwurz schon seit Tausenden von Jahren als Heilmittel verwendet. In Indien galt die Pflanze früher als heilig und wird bis heute bei religiösen Zeremonien eingesetzt. In der indischen Küche ist Kurkuma eines der wichtigsten Gewürze, um Speisen bekömmlicher zu machen.

Erst vor vergleichsweise kurzer Zeit hat Kurkuma Einzug in die westliche Welt gehalten. Beim Einsatz von Heilmitteln schaut man in der traditionellen indischen und chinesischen Medizin vor allem auch auf den Patienten, um festzustellen, ob Mittel und Patient zusammenpassen.

Welche Eigenschaften hat Kurkuma?

Die Gelbwurz wird im Ayurveda und auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin als scharf, bitter, trocken, leicht, reinigend, stoffwechselanregend und erhitzend beschrieben.

Entsprechend der asiatischen Erfahrungsmedizin gilt Kurkuma als menstruationsfördernd, stimulierend, galletreibend, lebergallefördernd, stoffwechselanregend, schmerzstillend, keimtötend, abschwellend, blutungsstillend, zusammenziehend und blutreinigend.

Welche Wirkungen hat Kurkuma aus wissenschaftlicher Sicht?

Laut Peter Schnabel, Allergologe an der Technischen Universität München, weiß man von Curcumin, dem gelben Farbstoff der Gelbwurz, dass er entzündungshemmend und vor allem antioxidativ wirkt. Das heißt, dass Oxidationsvorgänge, die im Körper ablaufen und im Ernstfall zu Zellschädigungen führen können, durch Curcumin abgemildert oder gebremst werden. „Was auch bis heute von der Schulmedizin und von der Naturmedizin akzeptiert ist, sind tatsächlich eben die Magen-Darm-Beschwerden, also etwa die Geschichte mit Blähungen. Und es hilft bei der Fettverdauung, das ist auch nachgewiesen …“, so Peter Schnabel.

Was ist drin in Kurkuma?

Kurkuma enthält ätherisches Öl, Harz, Eiweiße, Zucker und etwa fünf Prozent Curcumin. Curcumin wird gerne verwendet, um beispielsweise Margarine oder Senf gelb zu färben. Dieser Inhaltsstoff der Kurkuma ist aber auch für die aktuelle medizinische Forschung besonders interessant.

Kurkuma – was kann man damit machen?

Kurkuma ist als Wurzel, Gewürzpulver oder in Kapseln erhältlich. Der tägliche Verzehr eines halben Teelöffels Kurkumapulver reicht zur Vorbeugung und Gesundheitsförderung aus. Sie können Kurkuma zum Würzen von Speisen, in warmer Milch oder als „Shot“ mit Orangensaft oder Zitronensaft und etwas Öl zu sich nehmen.

Was ist bei der Einnahme von Kurkuma zu beachten?

Der Wirkstoff Curcumin ist schlecht wasserlöslich und wird über den Darm nur in geringem Maße aufgenommen. Dies lässt sich jedoch mit etwas Öl sowie durch Erhitzen steigern.

Da Curcumin über die Leber auch schnell wieder ausgeschieden wird, arbeitet die Medizinforschung derzeit an speziellen Zubereitungen, um seine Bioverfügbarkeit zu verbessern.

Wann hilft Kurkuma, wann nicht?

Kurkuma bei Colitis ulcerosa

In einer iranischen Studie konnten Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Colitis ulcerosa davon profitieren, wenn sie zu den Standardmedikamenten zusätzlich Curcumin einnahmen. Nach 4-wöchiger Behandlung verbesserten sich vor allem Stuhldrang und Allgemeinbefinden der Studienteilnehmer. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Curcumin begleitend zur Standardtherapie dabei helfen kann, eine Ruhephase dieser chronisch entzündlichen Darmerkrankung einzuleiten und diese Ruhephase zu verlängern. Es sind jedoch noch weitere Studien mit mehr Teilnehmern nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Kurkuma bei Altersdemenz

Curcumin scheint die Denkleistung zu verbessern, allerdings vor allem bei älteren Menschen, die nicht an Alzheimer erkrankt sind. Dies ist das Ergebnis einer vergleichenden Analyse von sechs klinischen Studien. In weiteren Studien mit größeren Teilnehmergruppen und Präparaten mit einer höheren Bioverfügbarkeit sollen nun offene Fragen rund um die Alzheimerkrankheit und Curcumin geklärt werden.

Kurkuma bei Diabetes

Wissenschaftler in Thailand fanden Hinweise darauf, dass Curcumin bei Personen mit Prädiabetes und Typ-2-Diabetes eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel haben könnte. Auf Grundlage ihrer Studienergebnisse gaben die Forscher an, dass bis zu 1,8 g des verwendeten Kurkuma-Extrakts pro Tag über eine Einnahmedauer von 9 Monaten sicher und wirkungsvoll seien.

Kurkuma bei Krebs

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum ist noch nicht ausreichend untersucht, ob sich die Einnahme von Kurkuma positiv oder negativ auf das Rückfallrisiko oder die Überlebenschance von Krebspatienten auswirkt.

Alle bisherigen Studien dienten hauptsächlich der Grundlagenforschung, doch das Potential von Kurkuma wird weiterhin in Studien untersucht – sowohl zur Behandlung von Krebs und anderen Erkrankungen als auch zur Vorbeugung.

Wann darf Kurkuma nicht eingenommen werden?

Nebenwirkungen

Kurkuma ist in der Regel gut verträglich und verursacht wenig Nebenwirkungen. Manche Menschen bekommen auf hochdosierte Kurkuma jedoch Magenschmerzen. Auch wird gelegentlich von Mundtrockenheit, Blähungen oder allergischen Hautreaktionen berichtet.

Gegenanzeigen

Wenn Sie an Gallensteinen oder einer Leberkrankheit leiden, sollten Sie Kurkuma meiden.

Auch darf Kurkuma in der Schwangerschaft nicht hoch dosiert oder täglich eingenommen werden, da die Gefahr von Gebärmutterkrämpfen und -blutungen besteht.

Wechselwirkungen

Nicht unterschätzt werden sollten auch die Wechselwirkungen zwischen Curcumin und bestimmten Arzneimitteln, da in Einzelfällen der therapeutisch notwendige Wirkspiegel nicht erreicht werden konnte, zum Beispiel bei Krebsmedikamenten.

Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Wirkungen der Kurkuma von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten.