Wenn sie schreien und ihre Wutanfälle haben: Überreizung, Trotzphase und Nervosität bei Babys und Kleinkindern

Schreibabys leiden an plötzlich auftretenden und unstillbaren Schrei- oder Unruhezuständen. Bei Anspannung, Nervosität und Schreiepisoden weisen Babys oft auch einen geblähten Bauch, eine gerötete Gesichts- und Halspartie und starke Spannungszustände der Muskulatur auf.

Wenn Babys oder Kleinkinder angespannt sind, viel schreien, Wutanfälle oder Trotzphasen haben und abends so nervös sind, dass sie Schlafstörungen bekommen, hängt dies meist mit einer vorübergehenden Regulationsstörung zusammen. Bild: Angelika Bentin | Adobe Stock

Babys und Kleinkinder werden heute mehr Reizen ausgesetzt denn je. Dabei brauchen besonders sensible Babys und Kinder Sicherheit, Nähe und nur wenige Reize. Die richtige Fürsorge und Geborgenheit wirken sich positiv aus, aber niemand kann sein Kind dauerhaft von Umweltreizen abschirmen. Mit homöopathischen Mitteln kann gezielt auf Nervosität, Trotz, Anspannung und innere Unruhe eingegangen werden.

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Der Begriff der „Drei-Monats-Kolik“ gilt als überholt, denn man konnte nur bei etwa 10% der Säuglinge einen Zusammenhang mit Blähungen und Bauchschmerzen finden. Was umgangssprachlich als „Schreibaby“ oder „Drei-Monats-Kolik“ bezeichnet wird, gilt in Fachkreisen als sogenannte „Regulationsstörung“. Sie bezieht sich auf erhöhte Schwierigkeiten eines Säuglings, sein eigenes Verhalten hinsichtlich Selbstberuhigung, Schlafen, Schreien, Füttern und Aufmerksamkeit zu regulieren.

Schreibabys: Ursachen einer Regulationsstörung

Die Ursachen für die Regulationsstörung sind unbekannt. Man vermutet jedoch einen Zusammenhang mit Problemen in der Mutter-Kind-Beziehung. Auffällig ist, dass sie in ein und derselben Familie mit mehreren Kindern nicht alle, sondern meist nur eines der Kinder betreffen. Experten gehen davon aus, dass ca. 16% der deutschen Neugeborenen empfindlicher auf äußere Reize reagieren bzw. erst später lernen, diese selbständig zu verarbeiten, als ihre unauffälligeren Altersgenossen. Unstillbare Schreiepisoden bei Säuglingen gehen meist auch mit Störungen in anderen Bereichen der Selbstregulation einher: Etwa drei Viertel weisen darüber hinaus Schlafstörungen und etwa ein Drittel zusätzlich Fütterungsprobleme auf. Betroffene Eltern sind häufig sehr belastet durch die vielen vergeblichen Versuche der Beruhigung. Doch die meisten können aufatmen, denn nach etwa drei bis sechs Monaten nimmt die Zahl der Regulationsstörungen deutlich ab.

Babys sind auf ausgeglichene Bezugspersonen angewiesen

Das Baby kann seine Entwicklung nur dann harmonisch vollziehen, wenn es in engem Austausch mit seiner Mutter oder einer anderen festen Bezugsperson steht. Über Blickkontakt, Körperkontakt, Pflege und Rhythmus baut es eine intensive Bindung auf, auf deren Grundlage es neue Entwicklungsreize verarbeiten kann. Dabei braucht es die Erfahrung, dass eigene Bedürfnisse und die ausgesendeten Signale verstanden und befriedigt werden. Frühzeitig eingeführte Routinen und Strukturen beim Stillen, Füttern, Schlafen und Pflegen helfen dem Baby, einen festen Orientierungsrahmen zu erhalten.

Eine schwierige Geburt, Partnerschaftsstreitigkeiten, psychische Schwierigkeiten der Eltern oder Alltagsstress führen zu Belastungen der Bezugsperson und erschweren ihr diese Aufgabe. Die Unausgeglichenheit kann sich auf das Kind übertragen und Verhaltensprobleme auslösen oder begünstigen.

Symptome: Angespannte, nervöse Babys

Schreibabys leiden an plötzlich auftretenden und unstillbaren Schrei- oder Unruhezuständen, deren Ursache für die Eltern meist nur schwer erkennbar ist. Anspannung, Nervosität und Schreiepisoden nehmen in den Abendstunden häufig zu, da sich über den Tag Überreizung und Übermüdung angestaut haben. Nicht wenige Babys weisen auch einen geblähten Bauch, eine gerötete Gesichts- und Halspartie und starke Spannungszustände der Muskulatur auf. Das exzessive Schreien tritt häufig gepaart mit Schlafstörungen und Fütterstörungen auf.

Häufige Schlafstörungen und Nervosität am Abend

Forscher berichten, dass die Regulationsstörung besonders oft mit Schlafstörungen einhergeht. Die Einschlafphase ist deutlich verlängert und das Baby wacht nachts sehr häufig auf. Tagsüber kommt es ebenfalls zu verkürzten Schlafzeiten. Auch der Schlaf-Wach-Rhythmus, der sich in der Regel innerhalb weniger Monate an den Tag-Nacht-Rhythmus angleicht, ist oft deutlich verschoben. Der Schlafmangel verstärkt dann wiederum die Überreizung. Wirkt das Baby überreizt, sollte es mehr Schlaf bekommen und weniger Aktivitäten (Stichwort Babykurse) beiwohnen. Zwar beruhigen sich Schreibabys scheinbar kurzzeitig durch Ablenkung, jedoch wird die Überreizung durch neue Reize langfristig noch vermehrt.

Frühe Überreizungszeichen richtig deuten

Bei reizempfindlichen Babys kommt es besonders darauf an, frühzeitig die Zeichen einer Überreizung zu erkennen. Der Kontakt zu vielen Menschen, helle Lichtreize, hohe Geräuschpegel oder der Eindruck zu vieler Spielsachen können relativ schnell zu unstillbaren Schreiepisoden führen. Meist beginnt das Baby jedoch zunächst zu quengeln und den Kopf abzuwenden. Es möchte nicht mehr beschäftigt werden. Viele Babys spannen ihren Körper dann stark an und machen ein Hohlkreuz. In diesem Zustand benötigen sie die Beruhigung und Abschirmung durch Mutter oder Vater, um in einen ruhigen Gemütszustand zu wechseln.

Maßnahmen gegen Überreizungszustände

Reduzieren Sie die vorhandenen Reize, indem Sie das Zimmer abdunkeln, Ihren Besuch bitten, sich außer Hörweite aufzuhalten, Geräusche abstellen und die geplanten Termine verringern. Lassen Sie es in Ruhe ausreichend trinken und sorgfältig aufstoßen. Um Bauchschmerzen bei Babys vorzubeugen, sollten stillende Mütter auch auf blähend wirkende Speisen, wie Zwiebel, Knoblauch, Pfeffer, Bohnen, Linsen, Kohl, Lauch und Paprika verzichten. Wenn sich das Baby wegdreht, möchte es wahrscheinlich in Ruhe gelassen werden. Zeigen Sie ihm dann nur, dass Sie für es da sind, ohne es sofort aufzunehmen. Manche Babys schlafen besser in einem eigenen Zimmer – auch dieser Weg kann versuchsweise getestet werden. Mithilfe der Osteopathie lassen sich Zwangshaltungen von Wirbelsäule und Kopf, die zum Beispiel bei der Geburt entstanden sind, gut behandeln.

Unstillbares Schreien kann eine große nervliche Belastung für die Eltern darstellen. Bevor es zu unüberlegten Handlungen kommt, ist es besser, das Zimmer zu verlassen und sich anderweitig zu beruhigen. Außerdem ist es möglich, eine der zahlreichen Schreiambulanzen aufzusuchen und dort Experten um Rat zu fragen. Hebammen und Kinderärzte können Ihnen einen geeigneten Kontakt nennen. Scheuen Sie sich zudem nicht, Hilfe von Freunden und Familie anzunehmen, damit Sie sich eine kurze Verschnaufpause gönnen können.

Nervöse Unruhe mit Homöopathie behandeln

Viele Hebammen und Kinderärzte setzen auf die Gabe von homöopathischen Mitteln bei Regulationsstörungen von Babys. Neben verschiedenen erfahrungsbasierten Einzelpräparaten haben sich auch Komplexmittel bewährt, bei denen mehrere Wirkstoffe sorgfältig aufeinander abgestimmt sind, um verschiedene Aspekte der Regulationsstörung zu behandeln. Calmvalera Globuli (bisher Calmy Hevert) sind für Babys und Kinder bereits ab 6 Monaten geeignet, die überreizt oder nervös sind.

Calmvalera Globuli, zugelassen zur Behandlung von Neurasthenie und nervöser Reizbarkeit, enthalten eine Kombination aus drei homöopathischen Wirkstoffen in einer Arzneiform, die besonders auf Kinder abgestimmt ist: Avena sativa (Hafer) wird bei nervöser Unruhe, nervöser Erschöpfung (Neurasthenie) sowie bei Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt. Es eignet sich gut zur Anwendung bei Kindern. Nux vomica (Brechnuss) beruhigt vor allem bei erhöhter Reizbarkeit, gesteigerter Empfindlichkeit sowie Nervosität, zum Beispiel auch auf Reisen. Die dadurch bedingte Schlaflosigkeit wird gebessert. Nux vomica hilft zudem auch bei nervösen oder stressbedingten Magen-Darm-Beschwerden. Zincum valerianicum (Zinkisovalerianat) fördert den Schlaf und lindert nervös bedingte Beschwerden. Es schützt vor äußeren Reizen und wirkt dadurch entspannend und beruhigend. Die Behandlung mit Calmvalera Globuli hilft Überreizung und Nervosität bei Kindern auf gut verträgliche Weise und schon von klein auf auszugleichen.



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