Wann zum Arzt: Erkältung und Husten bei Kindern

Besorgten Eltern kann es helfen, sich über die verschiedenen Arten von Husten bei Kindern zu informieren.

Viele Kinder haben häufig Husten. Eltern sind oftmals verunsichert, ab wann sich ein Arzt den Husten anschauen sollte.

So manches Kleinkind schlittert in den Wintermonaten von einer Erkältung in die nächste. Das bereitet vielen Eltern Sorgen und sie fragen sich, ob ihr Kind vielleicht unter einer Immunschwäche leidet. Welcher Husten bei Kindern unbedenklich ist, wann er von einem Arzt angeschaut werden sollte und wie Husten bei Kindern schonend behandelt werden kann, erklärt dieser Artikel.

Warum gerade Kinder so häufig an Husten leiden

Wenn die Krankheitstage der Eltern für die Aufsicht und Pflege der Kinder ausgeschöpft sind, wird das mitunter zur Belastungsprobe für das Arbeitsverhältnis. Viele Eltern fragen sich, ob die Erkältungsanfälligkeit von Kindern auffälliger ist als früher, und viele vermuten zu schnell eine Immunschwäche des eigenen Kindes.

Tatsächlich sind jedoch zwischen dem vierten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr bis zu 10 Infekte pro Jahr normal, bei Kindergartenkindern sogar bis zu 12. Selbst bei Schulkindern liegt die Grenze noch bei acht Infekten pro Jahr. Wenn sie allerdings gehäuft im Herbst und Winter auftreten, scheint es schnell so, als sei das Kind dauerhaft krank. Dabei durchlaufen Kleinkinder ein ganz normales Immuntraining. Erwachsene haben in ihrem Leben bereits mehrere Dutzend Infektionen durchlebt. Kinder hingegen haben noch eine geringe Immunkompetenz. Mit jeder durchgemachten Krankheit wächst das „immunologische Gedächtnis“. Aus Sicht der anthroposophischen Medizin stellen diese Krankheiten sogar eine notwendige Entwicklungschance für den noch jungen Organismus dar: Die Heilkrise geht einher mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten und der psychischen Reifung des Kindes.

Treten grippale Infekte hingegen häufiger auf oder verschwindet ein Husten bei Kindern nicht nach circa einer Woche, sollten Sie beim Arzt mögliche Ursachen abklären lassen. In manchen Fällen liegt eine Überlastung des Immunsystems durch Stress, Unverträglichkeiten, Mangel an Nährstoffen, Umweltbelastungen oder Allergien vor. Sehr selten handelt es sich um eine echte Immunschwäche, ausgelöst durch Diabetes, eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder ähnliches.

Arten von Kinderhusten

Der Klang des Hustens verrät einiges über die möglichen Ursachen:

  • Unproduktiver trockener Husten entsteht meist durch eine Verkrampfung der Bronchien, wie sie bei Allergien und Asthma typisch ist. Doch auch ein Fremdkörper, der sich festgesetzt hat, kann trockenen Husten auslösen.
  • Bei bellendem und rauem Husten mit Heiserkeit und eventuell Atemnot handelt es sich in aller Regel um einen Pseudokrupp, bei dem die Schleimhäute des Kehlkopfes und der Stimmbänder anschwellen und die Atemwege verkleinern. Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder zwischen 18 Monaten und fünf Jahren, da ihre Luftröhre noch sehr klein ist und schnell zuschwellen kann. Dieser Husten tritt vor allem nachts auf. Aufgrund der flächendeckenden Diphterie-Impfung kommt es hingegen nur noch vereinzelt zum sehr viel gefährlicheren echten Krupp.
  • Ein produktiver, feucht rasselnder Husten tritt auf, wenn zu viel Sekret in den Atemwegen festsitzt. Dieses Sekret schützt normalerweise die Atemwege vor Umweltgiften, Erregern und Fremdkörpern. Bei einer Entzündung der Atemwege bildet sich vermehrt Schleim, der abgehustet werden sollte. Aber Achtung: Schleimlöser können einerseits helfen, aber andererseits auch den Husten verstärken.
  • Schmerzhafter Husten mit Stechen in Lunge oder Bauch weist auf eine Bronchitis oder gar eine Lungenentzündung hin.

Husten bei Kindern – Behandlung mit Hausmitteln und Homöopathie bei Kindern besonders geeignet

Selbst die schulmedizinischen Empfehlungen gegen Husten bei Kindern betrachten naturheilkundliche Präparate als die Therapie der Wahl. Da deren Wirksamkeit, wie auch die der meisten Hausmittel, aber bisher nur sehr eingeschränkt in Studien nachgewiesen wurde, gilt meist die Devise, den Husten einfach abzuwarten.

Bewährte Hausmittel sind zum Beispiel Zwiebelsaft mit Kandiszucker oder Honig vor dem Schlafengehen und insgesamt viel Flüssigkeit zu trinken. Als Faustregel gilt, abends den Husten zu stillen und tagsüber schleimlösende Mittel zu verabreichen, damit die Selbstreinigung des Körpers angeregt wird.

Hustenreizlindernd wirken zum Beispiel Eibisch, Spitzwegerich und Efeu. Als Schleimlöser wirken hingegen Thymian, Anis, Schlüsselblume und Primelwurzel. Vorsicht ist geboten bei Codein und anderen opioidhaltigen Hustenblockern. Seit 2015 ist codeinhaltiger Hustensaft für Kinder verboten, da der Wirkstoff die Atmung zu sehr hemmen kann. Außerdem können Hustenblocker eine chronische Ursache maskieren oder die Reinigungsfunktion des Hustens empfindlich stören.

Eine weitere nebenwirkungsarme Methode, Erkältungen bei Kindern zu behandeln, ist die homöopathische Behandlung. Präparate wie Sinusitis Hevert SL werden eingesetzt, um Entzündungen des Hals-Nasen-Rachenraums und der Nasennebenhöhlen zu behandeln. Die Tabletten lassen sich auch zerdrückt im Fläschchen verabreichen.

Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren sollten zudem keine Erkältungsmittel mit Menthol, Kampfer oder Pfefferminzöl bekommen, da diese zu Erstickungsanfällen führen können. Eukalyptusöl und Fichtennadelöl sind dagegen weniger bedenklich.

Kinderhusten – Wann zum Arzt?

Der Husten von Kindern sollte möglichst täglich beobachtet werden – wie er sich verändert, wie lange er anhält und welche Begleitsymptome auftreten. Im Folgenden finden Sie wichtige Warnsignale, die einen Arztbesuch erforderlich machen:

  • Tritt starker Husten mit hohem Fieber, Abgeschlagenheit, Blässe an mehr als drei aufeinander folgenden Tagen auf, besteht ein Verdacht auf Lungenentzündung.
  • Sollte das Kind ohne Vorzeichen plötzlich mit Husten und Atemnot auffallen, kann auch ein verschluckter Fremdkörper Ursache sein. Notfall! Sofort medizinische Hilfe erforderlich!
  • Wenn das Kind immer wieder hustet, ohne krank zu wirken, könnten andere Krankheiten dahinterstecken.
  • Das gilt auch, wenn der Husten länger als eine Woche anhält.
  • Bei bellendem Husten, auch mit starken Ein- oder Ausatemgeräuschen, sollten Sie schnellstmöglich vom Arzt untersuchen lassen, ob es sich um einen Pseudokrupp, einen Asthmaanfall oder etwas anderes handelt.
  • Bei hartnäckigem Husten könnte ein Keuchhusten vorliegen, sofern dagegen nicht geimpft wurde.

>Sehen Sie hier unser Dossier zum Thema Erkältung



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