Bei Erkältung Manuka Honig

Manuka-Honig zählt zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit. Er besitzt hohe Gehalte an Methylglyoxal. Dieses Zuckerabbauprodukt verleiht dem Honig besondere antibakterielle Eigenschaften. Ob Manuka Honig auch vorbeugend gegen Erkältungen wirkt, konnte wissenschaftlich bislang nicht belegt werden. Generell gilt Honig aber als bewährtes Hausmittel bei Erkältungen.

Manuka-Honig wird von Bienen aus dem Nektar der Südseemyrte produziert. Er zählt zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit und soll auch bei Erkältungen helfen. Bild: umabatata | Fotolia

Im Tee, als Bonbon oder einfach pur – Honig ist ein bekanntes Hausmittel bei Erkältungen. Noch relativ unbekannt ist der Manuka Honig. Diese exotische Honigsorte wird geradezu als Wunderwaffe bei Erkältungen gehandelt. Die süße Medizin aus Neuseeland kann aber auch Nebenwirkungen haben. Was Sie über die Manuka-Honig-Wirkung und die vorbeugende Manuka-Honig-Anwendung bei Erkältungen wissen sollten.

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Wie früher Oma, empfiehlt heute auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bei trockenem Husten Honig. Denn kleinere Studien  konnten seine Wirkung mittlerweile belegen. Der Hustenreiz wird möglicherweise dadurch etwas gelindert, dass Honig den Speichelfluss anregt. Doch Honig ist nicht gleich Honig: Billighonig aus dem Supermarkt wird oft mit Zucker oder Sirup gestreckt. Deshalb beim Kauf auf das Gütesiegel „Echter Deutscher Honig“ achten. Es stellt sicher: Der Honig wurde nur in Deutschland produziert, nicht wärmebehandelt und es wurde nichts beigemischt. Aktuell läuft aber ein Exot den herkömmlichen Honigsorten mehr und mehr den Rang ab: der Manuka-Honig.

Was ist Manuka-Honig?

Manuka-Honig wird von Bienen aus dem Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) produziert. Dieser immergrüne Strauch, der in der Sprache der Maori „Manuka“ genannt wird, ist ein Verwandter des Teebaums und wächst in Neuseeland. Die Maori haben schon jahrhundertelang Erfahrungen mit Manuka-Honig als Heilmittel. Mittlerweile ist auch der Inhaltsstoff bekannt, der für seine besonders starke antibakterielle Wirkung verantwortlich ist. Es handelt sich dabei um das Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal (MGO). Zwar enthalten auch andere Honigsorten MGO. Jedoch liegt ihr Anteil nur bei etwa 1 bis 2 Milligramm pro Kilo. In einem Kilo Manuka-Honig stecken dagegen 300 bis 700 Milligramm MGO, wie Forscher von der TU Dresden feststellten. In Deutschland kostet ein Glas Manuka-Honig je nach MGO-Gehalt bis zu 100 Euro. Hohe MGO-Werte bedeuten aber nicht zweifelsfrei hohe Qualität. MGO kann dem Honig auch nachträglich als Laborchemikalie zugesetzt worden sein. Schutz vor Fälschung bietet das UMF-Label (Unique Manuka Faktor) auf dem Glas.

Die Wirkung von Manuka-Honig

Die antibakterielle Wirkung von Manuka-Honig ist in Laborexperimenten gut erforscht. In Kulturschalen konnte Manuka-Honig sogar einige antibiotikaresistente Bakterien abtöten oder deren Sensitivität gegenüber Antibiotika erhöhen. Diese beeindruckenden Wirkungen lassen sich aber nicht auf den Menschen übertragen. Um eine entsprechende Wirkung beim Menschen zu belegen, fehlt es bislang an klinischen Studien. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht für Manuka Honig bisher in keinem Fall eine gesundheitlich oder physiologisch relevante Wirksamkeit bei gesunden oder kranken Menschen als ausreichend durch klinische Forschung belegt an. Auch ist Manuka-Honig kein Ersatz für ein herkömmliches Antibiotikum, das systemisch wirkt, d.h. im gesamten Körper eine Wirkung entfaltet. Die Inhaltsstoffe des Honigs können nur an Stellen wirken, die sie direkt erreichen, also zum Beispiel im Mund, im Rachen oder im Magen/Darm-Trakt. Allgemein wird die Einnahme von Manuka-Honig bei Erkältungen ebenso empfohlen wie bei Magen-Darm-Problemen, Parodontose oder zur Stärkung des Immunsystems. Hinreichend wissenschaftlich belegt sind diese Wirkungen bislang jedoch nicht.

Manuka-Honig Nebenwirkungen

In Tierversuchen wurde MGO mit Diabetes in Verbindung gebracht. Diabetiker sollten den Honig deshalb nicht innerlich anwenden und vor der Anwendung auf jeden Fall den Arzt zu Rate ziehen. Für Babys bis zu einem Alter von zwölf Monaten ist jede Art von Honig und damit auch Manuka verboten. Denn Honig kann das Bakterium Clostridium botulinum enthalten. In den ersten zwölf Lebensmonaten ist die menschliche Darmflora noch nicht ausgereift. Die Keime können sich schnell vermehren und produzieren dabei Botulinumgift. Durch die Darmschleimhaut gelangt es in den Blutkreislauf und verursacht die lebensbedrohliche Erkrankung „Säuglingsbotulismus“.

Erkältung behandeln: Wirkung von Manuka-Honig

Auch wenn er als Wundermittel bei Erkältungen angepriesen wird – wer allein auf Manuka-Honig setzt, sollte wissen: Erkältungen werden von Viren und nicht von Bakterien verursacht. Gut untersucht ist aber bislang allein die Wirkung von Manuka-Honig gegen Bakterien. Die Erkältungsviren bekämpft allein das Immunsystem. Dazu braucht es in der Regel eine Woche und viel Ruhe. Unterstützend sind bei leichten bis mittelschweren Erkältungen homöopathische Arzneimittel eine gute Wahl. Eines der stärksten Mittel in der Homöopathie ist Aconitum napellus (Blauer Eisenhut, z.B. in Mato Hevert Erkältungstropfen). Es kann plötzlich auftretende Erkältungsbeschwerden bekämpfen. Thuja occidentalis kann die Entzündung der Schleimhäute (z.B. in Contrainfect Hevert) lindern und Luffa operculata ist ein bewährtes Mittel bei Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen (z.B. in Sinusitis Hevert SL).

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