Propolis – das Antibiotikum aus dem Bienenstock

Die  immunmodulierenden, antioxidativen und zellschützenden Eigenschaften von Propolis sind Gegenstand aktueller Forschung.

Propolis schützt den Bienenstock vor Bakterien, Viren und Pilzen. Aber auch die Menschen können sich ihre Eigenschaften zunutze machen. | Bild: Patrizia Tilly – Fotolia

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Propolis ist lange bekannt: Propolis wirkt wie ein Breitbandantibiotikum und wird von Bienen zum Schutz des Bienenstocks vor Bakterien, Viren und Pilzen hergestellt. Auch heute ist das Interesse am Bienenkittharz ungebrochen: es wirkt antiviral, antibakteriell, fungizid (1) und entzündungshemmend.
Die immunmodulierenden, antioxidativen und zellschützenden Eigenschaften von Propolis sind Gegenstand aktueller Forschung.

Das lesen Sie in diesem Artikel:

Von Bienen zum Schutz des Bienenstocks hergestellt
Die gesundheitliche Wirkung von Propolis
Vorsicht bei der Anwendung

Angeboten wird Propolis als Salbe, Creme, Tinktur, Spray, Kapsel und Pulver. Aber verwendet wurde es schon vor tausenden von Jahren.
In Ägypten wurde Propolis zur Einbalsamierung der Pharaonen verwendet. Die Griechen heilten damit Geschwüre und eiternde Hautverletzungen. Seine wunddesinfizierende Wirkung machte das Bienenkittharz zum Mittel der Wahl bei Kriegsverletzungen nicht nur im Römischen Reich, sondern auch in den napoleonischen und Buren-Kriegen sowie im Ersten Weltkrieg. Bei den Inkas diente Propolis der Behandlung fiebriger Infekte. Vor allem in Osteuropa war das Wissen um die Heilkraft des Bienenprodukts fest in der Volksheilkunde verankert, weswegen Propolis auch als „russisches Penicillin“ bezeichnet wurde.

Von Bienen zum Schutz des Bienenstocks hergestellt

Propolis heißt übersetzt „vor der Stadt“ und beschreibt den Einsatz am Flugloch des Bienenstocks. Ein Bienenvolk kann bis zu 50.000 Bienen umfassen, die auf engstem Raum bei konstant 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit zusammenleben. Das ist ein ideales Klima für Viren, Bakterien und Pilze, um sich rasant zu vermehren. Durch Abdichten des Fluglochs schützt Propolis den Bienenstock vor dem Einschleppen schädlicher Keime. Jede Biene muss quasi eine Desinfektionsschleuse passieren, bevor sie in das Innere des Bienenstaates gelangt. Auch der in den Wabenzellen befindliche Nachwuchs wird durch eine Schicht Propolis geschützt. Gelingt es dennoch zum Beispiel einer Maus, ins Innere des Bienenstocks zu gelangen, so wird sie von den Bienen totgestochen und ihr Körper mit dem Kittharz überzogen. So mumifiziert, kann das tote Tier dem Bienenvolk nicht durch Krankheitserreger schaden.

Vielleicht haben Sie schon einmal Bienen an Baumstämmen beobachtet und sich gewundert, was die dort machen. Sie sammeln das Harz vor allem an Nadelbäumen oder den Blattknospen von Birken, Buchen, Pappeln, Weiden und Kastanien. Zusammen mit Wachs, dem Speichel der Bienen und Pollenöl wird das Baumwachs gut durchgekaut und es entsteht Propolis als klebrige Masse. Sie kann entsprechend der verwendeten Zutaten farblich von gelbbraun bis fast schwarz variieren. Propolis besteht zu etwa 50 Prozent aus Harz, zu ca. 30 Prozent aus Wachs. Etwa 10 Prozent machen die ätherischen Öle aus, rund 5 Prozent die Pollen und 3 Prozent organische Stoffe wie etwa Flavonoide, Phenole und Aminosäuren. Zu 2 Prozent schließlich enthält Propolis Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen und Vitamin H. Bis zu 500 Gramm Propolis kann ein Bienenvolk pro Jahr herstellen.

Die gesundheitliche Wirkung von Propolis

Bis zu 200 verschiedene Inhaltsstoffe befinden sich nachweislich in Propolis. Es sind vor allem die organischen Stoffe wie Flavonoide, Phenole und Aminosäuren, denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Propolis kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Bekannt und mittlerweile auch wissenschaftlich belegt ist die antivirale, antibakterielle und fungizide Wirksamkeit. Im Hinblick auf Bakterien gilt Propolis als das stärkste natürliche Antibiotikum. So werden beispielsweise die Bakterienstämme der Staphylokokken oder Streptokokken abgetötet, die für Entzündungen, Geschwüre, Wundinfektionen, Harnwegsinfekte oder Nasennebenhöhlenentzündungen verantwortlich sind. Besonders hervorzuheben ist: Propolis bildet im Gegensatz zu chemisch hergestellten Antibiotika keine Resistenzen.

Das Bienenprodukt wird auch wegen seiner entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkung bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Schürfwunden oder Sonnenbrand geschätzt. Dabei beschleunigt es die Wundheilung. Propolis hilft zudem bei der Entgiftung des Organismus und wird daher oft unterstützend zu einer Fastenkur eingesetzt.

Propolis Salbe: Ihre fetthaltige, gut auftragbare Textur macht sie zu einem hervorragenden Heilmittel bei Ekzemen, Akne, Nesselsucht, Sonnenbrand und der Wundheilung. Etwas schwieriger, aber genauso wirksam sind Umschläge mit Propolis-Pulver und Wasser.

Propolis Creme: Die mit einem hohen Wasseranteil versehene Creme eignet sich zur Körperpflege sowie zur Behandlung von Herpes, Fußpilz, Ekzemen, Juckreiz und zur Verbesserung der Wundheilung.

Propolis Tinktur: Die mit Alkohol verarbeitete Lösung kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Wird sie innerlich, beispielweise zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen, Harnwegsinfekten oder Erkältungskrankheiten eingesetzt, so sollte sie stets mit Wasser verdünnt werden.

Propolis Spray: Das Spray lindert Entzündungen Im Mund-Rachen-Raum und stärkt das Immunsystem.

Propolis Kapseln und Pulver zur innerlichen Anwendung: Kapseln sind die beliebteste Form zur innerlichen Anwendung. Sie helfen bei Heuschnupfen, wie eine 1980 an der Sorbonne-Universität in Paris durchgeführte Studie zeigte. In der Studie erhielten Patienten, die stark an Heuschnupfen litten acht Kapseln Propolis am Tag. Bereits nach einer Woche waren sie beschwerdefrei bis zum Ende der Pollensaison. Im darauf folgenden Jahr wurden sie frühzeitig mit einer geringeren Dosis behandelt und waren danach komplett ohne Beschwerden. Auch zur Senkung eines zu hohen Blutdrucks kann Propolis beitragen, wie eine bulgarische Studie zeigte.

Weitere Anwendungsgebiete sind: Steigerung der Immunabwehr, Mandelentzündungen, Asthma, Bronchitis, die Verbesserung der Gefäßsituation, Darm- und Harnwegsinfekte, Unterstützung der Galle, Gelenkentzündungen, Migräne und Wechseljahresbeschwerden.

Aber nicht nur wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung ist Propolis bekannt. Auch Geigenbauer wie Stradivari benutzten Propolis als Geigenlack und heute noch werden Lacke auf Propolisbasis für eine schöne Färbung und einen guten Klang im Geigenbau verwendet.

Vorsicht bei der Anwendung

Propolis ist ein wahrer Alleskönner, doch Vorsicht, nicht für jeden. Menschen mit Allergien sollten das Bienenprodukt nur nach Rücksprache mit ihrem Therapeuten verwenden, denn es kann allergische Reaktionen auslösen.

>Sehen Sie hier unser Dossier zum Thema „Antibiotika“

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