Immunsystem stärken: Schutz vor Erkältung beginnt im Darm

Für ein starkes Immunsystem sollte die Gesundheit des Darms im Blick behalten werden, denn der Erkältungsschutz beginnt im Darm

Für ein starkes Immunsystem sollte die Gesundheit des Darms im Blick behalten werden, denn der Erkältungsschutz beginnt im Darm. |
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Den Darm verbinden die meisten Menschen mit der Verdauung. Dazu ist das meterlange Organ zwar äußerst wichtig. Doch es kann noch viel mehr. Ein gesunder Darm sorgt nicht nur für ein gutes Bauchgefühl – er beeinflusst auch unser Immunsystem, denn er beherbergt 70 Prozent aller Immunzellen und ist Austragungsort von nahezu 80 Prozent aller Immunabwehrreaktionen. Damit liegt es ganz entscheidend auch am Darm, ob wir eine Erkältung bekommen oder nicht. Grund genug, seinem Wohlergehen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Darm war und ist bei den meisten Menschen ein Tabuthema. Wir haben Bauchschmerzen, wenn der Darm rebelliert. Für die Wissenschaft jedoch ist der Darm ein spannendes Thema: Immer neue Funktionen dieses wichtigen, acht Meter langen und mit Zotten und Ausstülpungen ausgestatteten Organs wurden entdeckt. So kann der Darm unsere Gemüts- und Gefühlslage beeinflussen. Volksweisheiten zeugen schon immer von einem Zusammenhang zwischen Bauch, als Synonym für den Darm, und Emotionen in Redewendungen wie „Schmetterlinge im Bauch haben“, „Wut im Bauch haben“ oder jemandem „Löcher in den Bauch fragen“. Die Wissenschaft hat diesen Zusammenhang inzwischen bestätigt und bezeichnet den Darm sogar als „second brain“. Im Darm werden Serotonin, Dopamin und Opiate synthetisiert und gelagert. Das sind allesamt Stoffe, die für Gemüts- und Gefühlslagen stehen. Außerdem findet zwischen Darm und Gehirn eine ständige Kommunikation statt. Besonderes, aber nicht ausschließliches, Kommunikationszentrum im Gehirn ist das sogenannte limbische System, das so wichtige Funktionen wie Antrieb, Lernen, Gedächtnis und Emotionen steuert und an der Regulation der Nahrungsaufnahme und Verdauung beteiligt ist. Nahm man früher an, dass die Kommunikation im Wesentlichen vom Gehirn ausgeht, so weiß man heute, dass rund 90 Prozent der Informationen vom Darm ans Gehirn gesendet werden und lediglich zehn Prozent vom Gehirn zum Darm. Ein Beispiel für Botschaften vom Gehirn zum Darm ist das Auslösen von Brechreiz oder Durchfall, wenn wir etwas Unbekömmliches gegessen oder zu viel Alkohol erwischt haben. Aber diesem Befehl geht eine Meldung des Darms voraus.

Höchstleistung rund um die Uhr

Alles, was wir essen und trinken, muss, nachdem es den Magen passiert hat, vom Darm verarbeitet werden. Hier werden die Nahrungsbestandteile in eine für den Körper verwertbare Form gebracht: Eiweiße werden in Aminosäuren umgewandelt, Kohlenhydrate in Einfachzucker und Fette in Fettsäuren. Der Dünndarm, der aus dem Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm besteht, filtert diese lebenswichtigen Nährstoffe zusammen mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen heraus und leitet sie an das Blut und die Lymphbahnen weiter. Gelangen mit dem Essen oder dem Trinken unverträgliche oder gar giftige Stoffe in den Körper, produzieren die im Darm lokalisierten Abwehrzellen des Immunsystems Botenstoffe, die das dichte Geflecht von Darm-Nervenzellen in Alarm versetzen. Mittels elektrischer Signale wird das Gehirn informiert, das dann Erbrechen und/oder Durchfall auslöst. Gegen unerwünschte Eindringlinge wie Bakterien oder Viren, Pilze oder Parasiten hält der Darm verschiedene Abwehrstrategien bereit. Einerseits verfügt der Dünndarm über Zellen, die ein Sekret absondern, das Krankheitserreger unschädlich macht, andererseits über Zellen, die die Eindringlinge huckepack nehmen und sie zu den Abwehrzellen transportieren.

Gelingt es Krankheitserregern dennoch, den Dünndarm zu passieren, stellt sich ihnen im Dickdarm ein ganzer Verband entgegen: die Darmflora und Lymphozyten, die wichtigsten Träger der Immunabwehr. Die aus vielen verschiedenen Mikroorganismen bestehende Darmflora verhindert, dass sich die Eindringlinge ansiedeln können. Die Lymphozyten hingegen produzieren entweder Antikörper, die Viren oder Bakterien den Stempel „unerwünscht“ aufdrücken, oder Botenstoffe, die zur Verstärkung weitere Immunabwehrzellen anfordern. Bei diesen ausgeklügelten Abwehrmechanismen, die ständig ablaufen, ohne dass wir es bemerken, haben krankmachende Keime keine Chance. Voraussetzung dafür ist jedoch ein gesunder Darm und eine intakte Darmflora. Es gibt beispielsweise Krankheiten, bei denen eine Veränderung der Darmflora beobachtet wurde. Dazu zählen Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn, Rheuma und Autismus. Eine gesunde Darmflora setzt sich aus einer riesigen Anzahl verschiedenster Darmbakterien zusammen. Diese nützlichen Bakterien müssen immer dann um ihre Existenz fürchten, wenn wegen einer Erkrankung Antibiotika eingenommen werden.

Was dem Darm schadet

Diese gegen bakterielle Infektionen hochwirksamen Medikamente unterscheiden nämlich nicht zwischen schädlichen und nützlichen Bakterien, sie richten sich gegen alle. Das heißt natürlich nicht, im Krankheitsfall auf Antibiotika zu verzichten. Aber in der Regenerationsphase sollte man seinem in Mitleidenschaft gezogenen Darm besondere Aufmerksamkeit schenken. Gewöhnlich beachten wir unser Verdauungssystem wenig bis gar nicht. Wir verschwenden keinen Gedanken daran, welche Auswirkungen unsere Lebens- und Ernährungsgewohnheiten auf dieses sensible und für unsere Gesundheit so wichtige Organsystem haben: Wir essen zu viel, zu fett, zu süß, zu hastig, wir rauchen, trinken zu viel Kaffee, Schwarztee oder Alkohol. Aber auch Stress und Bewegungsmangel beeinträchtigt auf Dauer unser Verdauungssystem. Medikamente wie Hormonpräparate oder die Antibabypille schädigen die Darmflora. Auch das Trinken von gechlortem Leitungswasser soll sich negativ auf die Darmflora auswirken. Nicht nur in der Regenerationsphase nach einer Antibiotikaeinnahme sollten wir unserem Darm schwer Verdauliches ersparen. Wichtig zu wissen ist dabei: Der Körper kann Nahrung umso schwerer aufnehmen, je mehr sie durch Weiterverarbeitung verändert ist. Mehlschwitzen, Einbrennen- oder Fertigsoßen zum Beispiel machen Speisen nicht gerade zu einer leichten Kost. Eine Regeneration der Darmflora gelingt nicht von heute auf morgen und es dauert, bis sich die Verdauung wieder normalisiert. Wer stark an Verdauungsbeschwerden wie Blähbauch, Völlegefühl, Aufstoßen, Verstopfung oder Durchfall leidet, kann sich die Übergangszeit erleichtern. Homöopathische Arzneimittel wie Digesto Hevert Tropfen stärken auf sanfte Weise die Verdauungsfunktionen von Magen, Darm, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.

Tipps für einen gesunden Darm

Gedünstetes oder gedämpftes Gemüse, viel Salat, milchsaure Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut unterstützen dank ihres hohen Gehalts an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Ballaststoffen die Darmflora auf natürliche Weise. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu mindesten 25 Gramm Ballaststoffen pro Tag, die bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr im Darm aufquellen und dafür sorgen, dass Nahrungsrückstände weniger lange im Darm verbleiben. Hervorragende Lieferanten sind Leinsamen, Weizenkleie und Flohsamen. Da Lebensmittel tierischer Herkunft wie Fleisch und Wurst viele gesättigte Fettsäuren enthalten, die den Darm belasten, sollte rotes Fleisch (vom Schwein, Rind und Lamm) nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. Bei der Verwendung von Fetten sind ungesättigte Fettsäuren darmfreundlicher, da sie von den entsprechenden Enzymen besser verwertet werden können. Spender ungesättigter Fettsäuren sind Oliven-, Raps-, Sonnenblumen-, Distel-, Mais-, Erdnuss- und Leinsamenöl. Da Alkohol die im Darm befindlichen Zellen schädigt, gehört Zurückhaltung bei alkoholischen Getränken zu den Maßnahmen, die den Darm schützen.

Neben diesen ernährungsbezogenen Maßnahmen trägt auch Bewegung zur Darmgesundheit bei. Da vor allem eine sitzende Tätigkeit Darmträgheit und Verstopfung Vorschub leistet, sind Spaziergänge, Joggen, Radfahren oder Ausdauersportarten empfehlenswert, ebenso manche Angebote, die in Fitness-Studios angeboten werden, empfehlenswert. Toller Nebeneffekt: Sportliche Aktivitäten schaffen gleichzeitig einen Ausgleich zu Hektik und Stress, die sich negativ auf unser Verdauungssystem auswirken.

Zurück zur Erkältung: Die Abwehr über die Darmflora lässt sich auch mit Probiotika steigern. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Häufigkeit, Schwere und Dauer von Atemwegserkrankungen durch den vorbeugenden Verzehr von Probiotika abnehmen. Eine große Studienübersicht zeigte, dass das Erkältungsrisiko um rund ein Drittel sinkt. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch eine Ernährung, die gezielt auf Präbiotikazufuhr gerichtet ist (Präbiotika wirken darmbakterienfördernd durch Verbesserung des Darmmilieus, was beispielsweise durch resistente Stärke (kalter gekochter Reis, kalte gekochte Kartoffeln) möglich ist, ebenso ist Inulin (z.B. in Chicorree enthalten) präbiotisch aktiv.

Gelingt es Erkältungsviren dennoch sich gegenüber den Immunzellen durchzusetzen, sind homöopathische Komplexmittel hilfreich, da sie sowohl die Immunabwehr unterstützen als auch die Erkältungssymptome lindern. So stimulieren beispielsweise die in Hevertotox Erkältungstabletten P oder Tropfen enthaltenen Wirkstoffe die körpereigene Abwehr, mildern Entzündungsschmerzen, wirken bei Husten krampflösend und machen die Nase wieder frei.

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