Kann der Mensch Winterschlaf?

Schlafen wie ein Murmeltier. Für gute Schlafqualität steht dessen berühmter Winterschlaf jedoch nicht. Winterschlaf, also Torpor, würde auch beim Menschen eher einem Zustand der Erstarrung entsprechen. Regeneration sei hierbei nicht möglich.

Menschen im Winterschlaf – geht das? Tatsächlich versuchen Forscher zu entschlüsseln, ob Menschen ein Winterschlaf-Gen besitzen. | Bild: Volker Witt – Fotolia

Die kalte Jahreszeit verschlafen und wie ein Bär erst im Frühling wieder richtig wach werden. Einfach Winterschlaf halten. Wovon winterscheue Menschen träumen, wird seit langem erforscht: Kann der Mensch einen Hibernationsmodus aktivieren? Vermutlich ja. Doch noch ist der Winterschlaf haltende Mensch Utopie und die Realität eine andere: In den Wintermonaten schlafen viele Menschen besonders schlecht.

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Auch wenn es so aussieht – mit Müdigkeit hat der Winterschlaf nichts zu tun. Er ist „eine Überlebensstrategie in extremen Lebensräumen und ein Erfolgsrezept zur Arterhaltung“ so Lisa Warnecke, Biologin und Autorin (Das Geheimnis der Winterschläfer – Reise in eine verborgene Welt, 2018). Ob sich auch der menschliche Stoffwechsel in den Standby-Modus herunterfahren lässt, wird intensiv erforscht. Denn für Raumfahrt und Medizin könnte das enorme Vorteile bringen.

Torpor statt Winterschlaf: Erstarrung nicht nur im Winter

Wissenschaftler nennen den Zustand von Tieren im Winterschlaf Torpor – lateinisch für Erstarrung. Und das trifft es weitaus besser als der im Volksmund etablierte Begriff „Winterschlaf“. Denn weder schlafen die Tiere in dieser Zeit noch muss der Winterschlaf zwangsläufig im Winter liegen. Auch eine Dürrezeit oder extreme Hitze kann bei manchen Tieren Torpor auslösen. Wissenschaftler sprechen dann von Ästivation (Sommerruhe) im Gegensatz zu Hibernation (Winterruhe).

Sprichwörtliche Winterschläfer sind Murmeltiere. Sie „verschlafen“ bis zu neun Monate des Jahres in ihren unterirdischen Höhlen. Doch was wir unter „schlafen wie ein Murmeltier“ verstehen, nämlich besonders fester und langer Schlaf, ist weder bei den beliebten Alpenhörnchen noch bei anderen Winterschläfern der Fall. Damit die regenerativen Prozesse, die den Schlaf erholsam machen, ablaufen können, muss der Körper „Betriebstemperatur“ haben. Die ausgekühlten Tiere erwachen deshalb aus dem Winterschlaf nicht erholt – im Gegenteil: Wenn sie nach einer längeren Starre erwachen, müssen sie teilweise sogar mehr schlafen, um sich zu regenerieren.

Winterschläfer – dem Tod näher als dem Leben

Um bei Nahrungsknappheit und andern lebensbedrohlichen Bedingungen Energie zu sparen, werden beim Torpor alle kraftstoffzehrenden Funktionen heruntergefahren.  Bei Murmeltieren etwa fällt die Körpertemperatur von 39 auf sieben bis neun Grad Celsius, der Herzschlag von 100 auf manchmal nur zwei bis drei Schläge pro Minute, die Atempausen werden minutenlang. Fledermausherzen schlagen normal mit 240 bis 450 Schlägen pro Minute, im Winterschlaf noch 18 bis 80 Mal, zwischen zwei Atemzügen können 60 bis 90 Minuten vergehen. Einige Arten verharren viele Monate in Starre, andere nur wenige Stunden. In letzterem Fall sprechen die Forscher von Tagestorpor. Je länger und je tiefer der Torporzustand ist, desto anstrengender ist es, wieder aufzuwachen.

Menschen im Winterschlaf – wird die Vision bald Wirklichkeit?

Mit der Entdeckung, dass eine Halbaffenart, nämlich der Fettschwanzmaki auf Madagaskar, rund sieben Monate in den Torpor fällt, ist das Interesse an der Erforschung des Winterschlafs enorm gestiegen. Denn wenn Primaten, genetisch gesehen unsere nächsten Verwandten, Winterschlaf halten, müsste es auch dem Menschen möglich sein, so die Theorie. Und tatsächlich fand man in der Folge heraus: Auch der Mensch besitzt die Gene, die es den Fettschwanzmakis ermöglichen, von Kohlenhydrat- auf Fettverbrennung umzuschalten. Ob Menschen folglich in den Winterschlaf versetzt werden können, interessiert vor allem die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Sie hofft, ihre Vision von bemannten Raumflügen zu fernen Galaxien Wirklichkeit werden zu lassen. Ließe sich der Hibernationsmodus aktivieren, könnte davon aber auch die Medizin profitieren. Zum Beispiel bei der Behandlung von Schwerverletzten oder zur Eindämmung der Folgen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. In der Transplantationsmedizin könnte die Haltbarkeit von Organen verbessert werden. Bislang aber gibt der Torpor noch viele Rätsel auf und der Gedanke, Menschen in den Winterschlaf zu versetzen, bleibt  utopisch.

Schlafprobleme? So klappt`s mit dem Schlaf im Winter!

Monatelang muss der Mensch im Winter nicht schlafen, auch wenn einige davon träumen. Eine Schlafdauer zwischen fünf und neun Stunden gilt als normal, für die meisten Menschen scheint aber nach einer großen Studie in der kanadischen Provinz Ontario eine Schlafdauer zwischen 7 und acht Stunden optimal. Wichtiger für die Erholung von Körper und Geist als die Dauer ist ohnehin die Qualität des Schlafes. Und die lässt bei vielen Menschen im Winter zu wünschen übrig. Sie sind tagsüber ständig müde, nachts wälzen sie sich im Bett. Der schlechte Schlaf im Winter kann mit dem Tageslicht zusammenhängen. Denn das Schlafhormon Melatonin wird vom Körper erst gestoppt, wenn es hell ist. Beim Grau in Grau trüber Wintertage ebbt die Melatoninproduktion nur langsam ab. Das bringt den Schlafrhythmus durcheinander: Der Körper kann nicht richtig zwischen Tag und Nacht unterscheiden und man wird weder richtig munter noch richtig schläfrig. Als Gegenmaßnahme empfehlen Experten regelmäßiges Spazierengehen bei jedem Wetter. Denn auch wenn der Himmel grau ist, ist die Intensität der Lichtstärke im Freien immer noch höher als drinnen. „Sowohl die Bewegung als auch das Tageslicht bewirken eine verstärkte Ausschüttung des Wohlfühlhormons Serotonin und eine Hemmung des Melatonins“, berichtet das Deutsche Grüne Kreuz. So würden die Betroffenen „tagsüber richtig wach, und abends, wenn es gut geht, richtig müde.“

Für einen erholsamen Schlaf können auch natürliche Komplexmittel wie beispielsweise Calmvalera von Hevert helfen. Die naturheilkundlichen Inhaltsstoffe sind so kombiniert, dass sie einen erholsamen Schlaf fördern. Das naturheilkundliche Komplexmittel gibt es als Calmvalera Tabletten oder  Calmvalera Tropfen. Es zeichnet sich zusätzlich dadurch aus, dass es tagsüber nicht müde macht und kein Gewöhnungspotenzial besitzt. Calmvalera fördert den Schlaf in der Nacht und beruhigt am Tag.

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