Welche Vorsätze die Deutschen für das neue Jahr haben

Bei seinen guten Vorsätzen sollte man sich nicht übernehmen und ein messbares Ziel setzen.

Vorsätze für das neue Jahr sind sehr beliebt. Sie haben aber eher eine Chance, erfolgreich zu sein, wenn sie mit positiver Motivation und einem Ziel angegangen werden. | Bild: Zerbor – Fotolia

Der Silvesterkater steckt dem einen oder anderen noch in den Gliedern, der Weihnachtsbaum wird aus der Wohnung getragen und ab jetzt soll ein frischer Wind durch den eigenen Alltag wehen. Die Deutschen haben ihre eigene Vorstellung von guten Vorsätzen für das neue Jahr. Doch trotz ihrer Beliebtheit scheitern die guten Vorsätze oft an der Umsetzung.

Das sind die guten Vorsätze der Deutschen für das neue Jahr 2018

Eine aktuelle Forsa-Studie der DAK hat im November 2017 etwa 3500 Erwachsene aus Deutschland zu ihren Vorsätzen für das neue Jahr befragt – mit interessanten Ergebnissen. Der steigende Medienkonsum führt offenbar zu einem selbstkritischen Umdenken, denn jeder Sechste will seinen Smartphone-Konsum im kommenden Jahr einschränken. Bei den jüngeren Befragten sehnt sich sogar jeder Dritte nach dieser digitalen Selbstbeschränkung. Stattdessen wünschen sich die 14- bis 29-jährigen, mehr Zeit mit Freunden und Familienangehörigen zu verbringen (62 %). Middle Agers wünschen sich hingegen am meisten, den eigenen Stress zu verringern (69 %) und viele über 60-jährige möchten sich mehr bewegen (48 %). Eine gesündere Ernährung ist für 47 % aller Befragten erklärter Vorsatz und Abnehmen immerhin für 30 %. Weitere klassische gesundheitsbezogene Vorsätze, wie weniger Alkohol zu trinken und mit dem Rauchen aufzuhören, finden sich ebenfalls unter den wichtigsten Vorsätzen für das neue Jahr, allerdings deutlich seltener.

Studie: Wann die guten Vorsätze funktionieren

Ein wichtiger Faktor für das Gelingen ist die Eigenmotivation. Bei knapp zwei Dritteln ist der Grund für diese guten Vorsätze in dem eigenen Empfinden begründet. 41 % geben dabei eine akute Erkrankung als Grund an, weitere 40 % die mahnenden Worte ihres Arztes.

In einem großen Feldversuch untersuchte die Universität Münster, unter welchen Bedingungen die guten Vorsätze Bestand haben und auch über längere Zeit umgesetzt werden. Dabei fanden Sie heraus, dass eine realistische Selbsteinschätzung das A und O für das Gelingen ist. Es sollten Ziele gewählt werden, die man angesichts der eigenen Umstände zwar für herausfordernd, aber auch gut umsetzbar hält. Wer sich dazu noch Feedback von Freunden, Familie oder Kollegen einholt, erhöht seine Chancen noch einmal mehr. Denn ist das eigene Umfeld in die Pläne eingeweiht, kommt der eigenen Disziplin diese „soziale Kontrolle“ zur Hilfe. Um das eigene schlechte Gewissen für sich zu aktivieren, kann man sich Zettel schreiben und diese gut sichtbar in der Wohnung aufhängen.

Laut den Münsteraner Forschern haben folgende Ziele besonders gute Chancen:

  • Mehr Sport treiben
  • Mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen
  • Weiterbildung

Dahingegen klappt es besonders schlecht, mit dem Rauchen aufzuhören. Zu häufig seien die Anlässe eine Zigarette rauchen zu gehen – sei es wegen der Gesellschaft der Mitrauchenden, oder nur zum Überbrücken von Zeit oder als emotionale „Stütze“ bei Stress.

Fünf Methoden, um die eigenen guten Vorsätze wirklich umsetzbar zu machen

Gute Vorsätze werden also erst dann zur Realität, wenn sie verbindlich sind, von dem sozialen Umfeld in gewissem Maß kontrolliert werden und ein gut schaffbares Pensum erfordern. Diese Faktoren sind sehr wichtig, um positiv motiviert an die geplanten Veränderungen heranzugehen, statt mit einem diffusen schlechten Gewissen zu denken, man müsse eigentlich etwas ändern. Wenn man erkennt, welche Chancen und Möglichkeiten sich durch kleine Anstrengungen ergeben, entstehen sinnvolle Zielsetzungen. Diese fünf Methoden helfen Ihnen dabei, die zu Neujahr gefassten Vorsätze langfristig durchzuziehen.

  • Finden Sie ein starkes Motiv: Einfach nur „gesünder zu essen“ oder „mehr Sport zu treiben“ sind keine Ziele, sondern nur Wege, um andere, dahinter liegende Ziele zu erreichen. Visualisieren Sie vor Ihrem inneren Auge, wie Sie sich ausgeglichener, fitter oder wohler in Ihrem Körper fühlen, wie Sie Ihre enge Lieblingsjeans wieder mit Leichtigkeit tragen können oder wie gut Sie sich im Ziel eines sportlichen Wettbewerbs fühlen. Die Aussicht auf ein besseres Lebensgefühl kann ein sehr viel stärkerer Motivator sein, als der reuige Blick auf die Waage.
  • Schreiben Sie Ihren guten Vorsatz auf und teilen Sie ihn Ihrem Umfeld auch mit: So wird er verbindlich, denn die Verschriftlichung wirkt auf Ihr Unterbewusstsein wie ein Vertrag, den Sie mit sich selbst abschließen. Und wenn Ihre Bekannten Bescheid wissen oder gar mitmachen, halten Sie den inneren Schweinehund viel leichter an der kurzen Leine.
  • Ein guter Vorsatz reicht völlig aus: Die Veränderung von Gewohnheiten kostet viel Willenskraft und geschieht nur in kleinen Schritten. Wer sich zu viele Dinge oder eine zu ehrgeizige Veränderung vornimmt, wird in den allermeisten Fällen an der Umsetzung scheitern. Erkundigen Sie sich, welche Verbesserungen in drei Monaten bei anderen Menschen gut funktioniert haben, und orientieren Sie sich an dieser Größenordnung. Nach drei Monaten können Sie dann die nächste 3-Monats-Messlatte für sich definieren und zum nächsten Teilziel voranschreiten.
  • Gewohnheitsveränderungen brauchen tägliche Übung: Wenn Sie sich besser ernähren möchten, sollten Sie für mindestens 30 Tage jeden Tag eine Mahlzeit gesünder gestalten, damit diese Änderung zur neuen Gewohnheit wird – und damit leicht fällt. Wenn Sie mehr Sport treiben wollen, aber nur einmal pro Woche wirklich Zeit für einen Sporttermin haben, sollten Sie jeden Tag ein 5-Minuten-Workout zu Hause oder im Büro einbauen. Wenn Sie Stress abbauen möchten, meditieren Sie jeden Morgen nach dem Aufstehen nur fünf Minuten. Diese Minimalziele kosten sehr wenig Zeit – zu wenig, um eine Ausrede zu finden. Dafür trainieren sie die Selbstdisziplin sehr wirksam.

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