Frühjahrsputz – ein Ritual, das sein muss?

Auch für Allergiker gibt es Putzmittel, die den Frühjahrsputz erträglich machen.

Der Frühjahrsputz kann Spaß machen und ist mit biologisch abbaubaren Putzmitteln auch weniger belastend für die Umwelt. | Bild: ipag – Fotolia

Es gibt viele Gründe, den Frühling zu lieben. Der obligatorische Frühjahrsputz gehört eher nicht dazu. Geschrubbt wird dennoch jedes Frühjahr aufs Neue. Um die Umwelt nicht zu sehr zu belasten, sollten möglichst natürliche Reinigungsmittel benutzt werden. Wie man auch umweltschonend reinigen kann und woher das Bedürfnis nach klaren Verhältnissen im Frühling kommt, erfahren Sie hier.

Grasgrüne Wiesen, feuerrote Tulpen und schneeweiße Obstbaumblüten – die Natur wirkt im Frühling wie frisch aus der Waschmaschine. In den eigenen vier Wänden hängt nach den Wintermonaten dagegen oft der Grauschleier. Spätestens wenn die Sonne durch die trüben Fenster scheint und vernachlässigte Ecken gnadenlos beleuchtet, packt uns die Putz-wut. Sobald die Natur zu neuem Leben erwacht und die Sonne wieder richtig scheint, will auch der Mensch loslegen, etwas erneuern und damit oft auch Saubermachen.

Putzen ohne Chemie tut Mensch und Natur gut

Viele Putzmittel enthalten aggressive Chemikalien. Sie sind schlecht für die Haut, die Atemwege und nicht zuletzt die Umwelt. Hausmittel wie Natron, Kernseife, Essig oder Zitronensäure sind weit weniger bis gar nicht schädlich. Zudem sind sie günstiger als teure Reinigungsmittel und verursachen keinen Plastikmüll. Zitronensäure in Pulverform etwa kann es mit jedem WC-Reiniger aufnehmen. Einfach drei Esslöffel in der WC-Schüssel verteilen, am besten über Nacht einwirken lassen und dann wie gewohnt mit der Büste nachreinigen. Essig ersetzt Kalkreiniger. Einfach ein Tuch mit Essigessenz tränken und über die Kalkränder wischen. Backpulver (Soda) ist eine gute Alternative zu Backofensprays. Einen Esslöffel davon mit einem Liter heißen Wasser in eine Sprühflasche geben, Backofen damit einsprühen und nach dem Einwirken einfach auswischen. Ein umweltfreundliches Spülmittel lässt sich aus einem Esslöffel Natron gemischt mit 10g Kernseife und 100 ml warmem Wasser herstellen. Wer es bequemer mag, der kann unter vielen biologisch abbaubaren Putzmitteln auswählen. Generell gilt: Je schneller Verschmutzungen entfernt werden, desto einfacher und umweltschonender geht’s. Tipps zum Putzen ohne Chemie gibt das Bundesumweltamt.

Frühjahrsputz: Warum machen wir das?

Früher wurde mit Kohle und Holz geheizt. Fenster und Türen blieben zu, um die Wärme drinnen zu halten. Dadurch sammelte sich über den Winter jede Menge Ruß an. Ein Großputz machte natürlich erst Sinn, wenn es wieder wärmer wurde und die Heizperiode vorüber war. Auch Teppiche, Decken und Vorhänge wurden erst im Frühjahr gereinigt, wenn sie zum Trocknen nach draußen konnten. So entstand der Frühjahrsputz. Heute gibt es Reinigungen, Trockner und jede Menge technisches Gerät. Geputzt wird da das ganze Jahr über. Wirklich notwendig ist der Frühjahrsputz deshalb vielleicht nicht immer. Doch im Frühjahr einmal überall dort sauber zu machen, wo man sonst nachlässig ist, tut irgendwie gut. Wenn am Ende alles blitzblank ist, fühlt man sich zufrieden und erleichtert.

Reinigendes Ritual: Der Frühjahrsputz psychologisch gesehen

„Es gibt eine große psychologische Komponente beim Frühjahrsputz und Ordnungschaffen“, so die Psychologin Natalia Ölsböck. „Wir empfinden das auch in der Seele als Wohlgefühl und fühlen uns innerlich stärker und geordneter.“ Außerdem sei Putzen – ähnlich wie Sport – aufgrund der körperlichen Aktivität gut für die Psyche. Man bewegt sich und hat nachher ein sichtbares Ergebnis. Putzen wirke sogar gegen frühe Phasen der Depression. „Der größte Feind der Depression ist Aktivität. Man muss aber aufpassen, dass man sich mit einem Hausputz nicht überfordert“, so die Psychologin. Wichtig sei ein entspannter Umgang mit dem Thema Putzen. Wer kein Verlangen danach hat, sollte es lassen, empfiehlt die als „Mutter des Wellness-Putzens“ bekannte Schweizerin Katharina Zaugg.

Wie Putzen Spaß machen kann

Bei Putzen denken nur die wenigsten an Spaß. Die neusten Trends, um das zu ändern, sind Putz-Partys. Nach dem Motto „Gemeinsam macht es mehr Spaß“ trifft man sich reihum bei jeweils einer Freundin oder einem Freund und bringt je eine Behausung auf Hochglanz

Putzen tut auch der Gesundheit gut

Körperliche Aktivität senkt bekanntermaßen das Brustkrebsrisiko. Dass das auch für leichte körperliche Betätigung wie Putzen und Hausarbeit gilt, darauf deutet eine von der britischen Stiftung Cancer Research UK in Auftrag gegebene Studie unter 200.000 Frauen in neun europäischen Ländern hin. Sie kam zu dem Ergebnis: Bei im Haushalt aktiven Frauen vor der Menopause liegt das Brustkrebsrisiko um 30 Prozent niedriger, nach der Menopause um 20 Prozent. Übertreiben sollte man es aber nicht. „Nicht nur sauber, sondern hygienisch rein!“ schadet der Gesundheit mehr als es nutzt. Ein bisschen Schmutz stärkt sogar unser Immunsystem und damit unsere Gesundheit. Gerade bei Kindern ist dies sehr wichtig, damit ihr Immunsystem eine Toleranzentwicklung gegen Umweltkeime lernt. Antibakterielle Putzmittel sind deshalb meist überflüssig. Wer unter Allergien oder empfindlicher Haut leidet, greift am besten zu Putzmitteln für Allergiker mit dem ECARF-Qualitätssiegel. Diese Produkte sind getestet und für Neurodermitiker und Personen mit sensibler Haut geeignet.



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