Warum schläft man bei Vollmond schlecht?

Warum schläft man bei Vollmond schlecht? – Eine Frage, die sich viele Menschen stellen.

Unausgeschlafen in den Tag starten – Laut Untersuchungen verstärkt der Vollmond die Schlafprobleme von Menschen, die bereits unter Schlafstörungen leiden. | Bild: Sven Vietense – Fotolia

In unserem kulturellen Gedächtnis ist der Einfluss des Mondes seit ewigen Zeiten tief verankert. Der Mond galt in so mancher Kultur als Gottheit, er soll das Pflanzenwachstum beeinflussen und die Reinheit des Trinkwassers verbessern. Noch heute schreiben  viele Menschen den Vollmondnächten zu, zu mehr Unfällen und Verbrechen zu führen. Doch schläft man bei Vollmond wirklich schlecht?

Schlechter Schlaf bei Vollmond – was die Studien sagen

Bis vor wenigen Jahren galt in wissenschaftlichen Kreisen, dass der Einfluss des Mondes auf den menschlichen Schlaf in das Reich der Mythen gehört. Bis der Schweizer Chronobiologe Christian Cajochen 2013 die Daten einer längst abgeschlossenen Schlafstudie hervorholte und mit seinen Kollegen versuchte, den Mond-Schlaf-Mythos endgültig zu widerlegen. Zu seiner Verblüffung fand er unter streng kontrollierten Schlaflaborbedingungen eine deutliche Verschlechterungen der Schlafqualität während des Vollmonds.

Die Probanden schliefen im Durchschnitt 20 Minuten kürzer, benötigten 5 Minuten länger zum Einschlafen und hatten weniger Melatonin im Blut, ein Hormon, das den Schlaf herbeiführt. Die Tatsache, dass die Studie mit der Frage nach der Schlafqualität nach Altersgruppen etwas völlig anderes untersuchen wollte, hatte den Effekt einer doppelten Verblindung – denn weder Probanden noch Wissenschaftler dachten während der Studie an die Auswirkungen der Mondphase.

Doch an Cajochens Studie nahmen nur vergleichsweise wenige  Probanden teil, nämlich 33 – und eine in 2014 veröffentlichte Studie des Max-Planck-Instituts mit 1265 Probanden konnte den Effekt nicht bestätigen. Im Gegensatz zu der Schweizer Studie war diese Studie jedoch ohne vorherige Abgleichung des Schlafrhythmus und in heimischen Betten durchgeführt worden. Ihre Ergebnisse sind also ebenfalls anfechtbar.

Eine andere Studie mit 319 Probanden hingegen konnte die Ergebnisse der Schweizer wiederum bestätigen. Auch eine Befragung des Allensbacher Instituts für Demoskopie brachte hervor, dass 55 % der Frauen und 29 % der Männer in Vollmondnächten schlechter schlafen.

Vollmond – Einflüsse auf den Schlaf

In der Chronobiologie (untersucht die zeitliche Organisation physiologischer Prozesse und wiederholter Verhaltensmuster von Organismen) sind eindeutige 28-Tagerhythmen bei Meeresalgen und Meerestieren festgestellt worden. Aber gibt es solch einen Zusammenhang auch beim Menschen? Im Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum an der Charité Berlin ist man davon überzeugt, dass viele Menschen bei Vollmond vermehrt Schlafstörungen haben. Das gilt laut dem Leiter, Professor Ingo Fietze, aber nur für diejenigen, die sowieso zu Schlafstörungen tendieren, während ein gesunder Schläfer sich davon nicht beeinflussen lässt. Ein möglicher Zusammenhang könnte die erhöhte Lichtmenge bei Vollmond sein. Denn der Melatonin-Stoffwechsel wird durch das Mondlicht gehemmt, wenn es ins Schlafzimmer scheint.

Den Schlaf verbessern

Das Wissen, dass der Schlaf tatsächlich durch den Vollmond beeinträchtigt werden kann, nimmt bei Betroffenen den Druck heraus, sie würden sich das Phänomen nur einbilden. Bei Schlafstörungen sind negativ konditionierte Erwartungshaltungen ein zentrales Problem. Wer um seine Schlafprobleme Bescheid weiß, fängt an, diese mit bestimmten Situationen oder gar Räumlichkeiten fest zu assoziieren. Daher ist es wichtig, sich keinen Druck beim Einschlafen zu machen. Wenn Sie länger als 15 Minuten bei Vollmond wach liegen, stehen Sie lieber auf und lesen Sie ein Buch oder nehmen Sie ein warmes Beruhigungsbad.

Homöopathische Mittel wie Calmvalera Hevert unterstützen Sie dabei, die innere Unruhe zu reduzieren und damit den Schlaf zu fördern. Die Kombination aus neun homöopathischen Wirkstoffen deckt eine große Bandbreite homöopathischer Arzneibilder mit spezifischen Symptomen ab, darunter auch Schlafstörungen aufgrund verschiedener Ursachen. Auch homöopathische Mittel wie Argentum nitricum, Arnica, Aconitum,  Bryonia, Cocculus oder Chamomilla behandeln unterschiedliche Formen von Schlafstörungen. Bei diesen Einzelmitteln sollte jedoch der Rat eines Homöopathen eingeholt werden, um das zugrunde liegende Arzneibild genau zu erfassen.

Blaues Licht, wie es von Fernsehgeräten, Smartphones und Computerbildschirmen abgegeben wird, sollten Sie meiden. Das sehr kurzwellige Licht kurbelt das Wachhormon Kortisol an, denn es hat eine ähnliche Farbtemperatur wie das morgendliche Sonnenlicht. Auch die Schlafhygiene ist wichtig. In den letzten Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen sollten Sie stimulierende Getränke, mediale Unterhaltung, Nikotin und späte Mahlzeiten vermeiden.

Stattdessen helfen Schlafrituale, die den Biorhythmus stärken. Der allabendliche Spaziergang, eine kurze Meditation oder das Lesen eines Buches beruhigen die Hirnaktivität und bereiten Sie auf den Schlaf vor. Das gilt jedoch nicht für schweißtreibenden Sport oder Saunieren am späten Abend: die erhöhte Herz-Kreislauf-Aktivität kann den Schlaf ebenfalls stören.

>Sehen Sie hier unser Dossier zum Thema Schlafstörungen



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