Kurze Schlafdauer begünstigt Grübeln

Kurze Schlafdauer begünstigt Grübeln

Patienten mit Angststörungen oder Depressionen leiden häufig darunter, dass sie immer wieder ins Grübeln kommen und sich ihre Gedanken wie ein Karussell um negative Dinge drehen. Bild: leszekglasner – Fotolia

Patienten mit Angststörungen oder Depressionen leiden häufig darunter, dass sie immer wieder ins Grübeln kommen und sich ihre Gedanken wie ein Karussell um negative Dinge drehen. Aber auch Menschen in belastenden Situationen finden häufig nur schwer aus einem Sorgenkarussell hinaus. Laut einer aktuellen Studie können Schlafmangel und Einschlafprobleme diesen Prozess des repetitiven negativen Denkens begünstigen.

Alle Menschen grübeln gelegentlich und machen sich Sorgen, doch normalerweise können sie diese wiederkehrenden negativen Gedanken irgendwann wieder beenden, ohne dass diese nachhaltigen Einfluss auf ihre Stimmung haben. Bei Patienten mit Depressionen und Generalisierter Angststörung (GAS) ist das häufig anders. Diese kommen nur schlecht wieder aus den negativen Gedankenkreisen und dem Grübeln heraus. Das wirkt sich auf ihre Stimmung und Konzentration aus und kann sogar verhindern, dass sie die einfachsten Aufgaben in Angriff nehmen können. Studien haben zudem gezeigt, dass wiederkehrendes negatives Denken depressive Episoden ankündigt. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Einflussfaktoren, die den Prozess des sich wiederholenden negativen Denkens beeinflussen, zu bestimmen.

Schlafdauer beeinflusst negative Gedanken

Vor diesem Hintergrund haben sich Forscher der Binghamton Universität des US-Bundesstaates New York der Frage gewidmet, welchen Einfluss der Schlaf auf sich ständig wiederholende pessimistische Gedanken hat. Ihr Resultat: Die Schlafdauer beeinflusst die repetitiven negativen Denkprozesse eindeutig. Menschen, die weniger als acht Stunden pro Nacht schlafen, haben eine höhere Neigung zu persistierenden negativen Gedanken als Mitbürger, die länger schlafen.

Augenbewegungen während des Betrachtens von Bildern untersucht

Das Forscherteam hatte 52 Erwachsene mit hoher Neigung zu persistierenden negativen Gedanken und unterschiedlichen Schlafgewohnheiten (Zeitpunkt des Zubettgehens und des Einschlafens, Schlafdauer) in die Studie eingeschlossen. Die Probanden machten eigene Angaben zu Schlafdauer und Schlaflatenz. Zudem schauten sie sich verschiedene Bilder an, die entweder neutrale oder emotional aufgeladene Emotionen auslösen sollten. Während des Betrachtens der Bilder wurden mithilfe der Eye-Tracking-Methode die Augenbewegungen der Teilnehmer verfolgt, um zu analysieren, worauf sich ihre Aufmerksamkeit richtete.

Zu wenig Schlaf: Blick bleibt auf negativen Bildern haften

Bei der Auswertung stellten die Studienautoren fest, dass der Blick von Studienteilnehmern mit zu wenig Schlaf länger auf den Bildern mit negativer Konnotation haften blieb. Diese Probanden konnten sich schlechter wieder von negativen Reizen der Bilder lösen, auch wenn sie konkrete Aufgaben bekamen, dies zu tun. Die Forscher schlussfolgern daraus, dass zu kurzer oder gestörter Schlaf sowie eine längere Einschlafdauer die Fähigkeit mindert, negative Denkkaskaden zu durchbrechen. Damit sind die Betroffenen auf Dauer anfälliger für verschiedene psychische Störungen. Probanden mit ausreichendem Nachtschlaf (= mehr als acht Stunden) hatten keine Probleme, die belastenden Eindrücke der Bilder wieder hinter sich zu lassen.

Fazit

Die Wissenschaftler sind sich der Beschränkungen ihrer Studie bewusst und wollen weiter zum Thema forschen. Das Fehlen einer Kontrollgruppe in dem Studiendesign verhindert, dass ein eindeutiger kausaler Zusammenhang zwischen Schlafstörung, Aufmerksamkeit und emotionaler Reaktion als gegeben gelten kann.
Trotzdem sind sie überzeugt: Lassen sich ihre Ergebnisse bestätigen, stünde ein neuer Ansatz für die Behandlung von Angstzuständen und Depressionen zur Verfügung. Man hätte z. B. durch die Veränderung bzw. Verschiebung der Schlafzyklen eine weitere Option.

Therapeutische Intervention

Die Relevanz eines guten und erholsamen Schlafes wird durch diese Ergebnisse nochmals bestärkt. Eine Möglichkeit zur Unterbrechung des Teufelskreises zwischen Schlafstörungen und Grübeln stellt neben einer guten Schlafhygiene und ausgeglichenem Lebensrhythmus bzw. erwähnter Modifikation bestimmter Schlafzyklen beispielsweise die Homöopathie dar. Mit komplexhomöopathischen Arzneimitteln zur Behandlung von nervöser Unruhe und Schlafstörungen wie Calmvalera Hevert kann eine Beruhigung der Situation erreicht werden. Calmvalera Hevert ist auch in Tablettenform erhältlich.

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