Höhenangst überwinden: Akrophobie ist eine behandelbare Angststörung

Höhenangst beeinträchtigt oftmals die Lebensqualität. Homöopathie kann mitunter durch Mittel wie Argentum Nitricum lindernd wirken.

Höhenangst beeinträchtigt oftmals die Lebensqualität. Homöopathie kann mitunter durch Mittel wie Argentum Nitricum lindernd wirken. | Bild: ARochau – Fotolia

Die Hände werden in wenigen Sekunden schweißnass, das Herz beginnt wild zu hämmern: Höhenangst, auch als Akrophobie bezeichnet, führt oft zu unangenehmen Reaktionen des vegetativen Nervensystems. Eigentlich eine Schutzfunktion des Selbsterhaltungstriebs, kann Akrophobie auch als eine ausgewachsene Angststörung auftreten. Hier können mitunter homöopathische Mittel wie Argentum Nitricum im Zuge einer Therapie lindernd wirken und die Höhenangst überwinden helfen.

Höhenangst ist für ca. fünf Prozent der Deutschen ein steter Begleiter – auf Leitern, Balkonen, Kirchtürmen, Brücken, an Schluchten oder in den oberen Etagen der Hochhäuser. Unabhängig von der Höhe kommt es bei der Angststörung zu panikartigen Ängsten vor der Tiefe und oft einem sogartigen Gefühl in Richtung des Abgrunds, als müsse man sich gegen den eigenen Willen fallen lassen. Dies hat zur Folge hat, dass die Betroffenen bestimmte Lebenssituationen konsequent meiden. Die Akrophobie kann in diesen Fällen die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Das lesen Sie in diesem Artikel:

Höhenangst (Akrophobie) – Suche nach Ursachen
Akrophobie therapieren: Die Expositionstherapie oder Konfrontationstherapie
Höhenangst mit Hypnose überwinden?
Homöopathische Mittel: Argentum nitricum (Silbernitrat)

Höhenangst (Akrophobie) – Suche nach Ursachen

Derzeit ist nicht abschließend geklärt, wodurch Höhenangst genau verursacht wird, es existieren allerdings mehrere Erklärungsansätze. Naheliegend sind zunächst die evolutionsbiologischen Ursachen: Der Höhenangst vorgeschaltet ist demnach der bei vielen Menschen auftretende Höhenschwindel, eine normale körperliche Reaktion auf eine große Höhe. Zur Orientierung im Raum fixieren die Augen immer einen Punkt. Dies gelingt bei großen Entfernungen zunehmend schlechter, so dass der Kopf unwillkürlich eine kleine Drehbewegung ausführt, um den Fixpunkt besser zu erkennen. Dabei kommt es zu einer geringfügigen Gleichgewichtsstörung: Der Körper macht eine Ausgleichsbewegung in die entgegengesetzte Richtung, um die Balance zu erhalten. Diese automatische Reaktion ist gleichzeitig ein Schutz vor dem Sturz in den Abgrund. Der Psychologe Russell Jackson fand in einer Studie heraus, dass Menschen mit Höhenangst gleichzeitig öfter an einer gestörten Distanzwahrnehmung leiden: Da solch eine Störung zu Jäger- und Sammlerzeiten große Risiken mit sich gebracht haben muss, schätzt Jackson die Höhenangst nicht als psychische Störung ein, sondern als sinnvolle Schutzreaktion auf diese spezielle Schwäche.

Weitere häufig diskutierte Ansätze gehen bei der Ursache von einem traumatischen Ereignis aus. Wer selbst schon einmal (beinahe) gestürzt ist oder sich aufgrund großer Höhe in einer Notlage befunden hat, speichert die damit verbundenen negativen Gefühle ab und meidet fortan ähnliche Situationen.

Ebenso denkbar ist das Erlernen von Höhenangst im Kindesalter durch Nachahmung. Da Höhenangst familiär gehäuft auftritt, könnte man zwar von einer genetischen Ursache ausgehen, wahrscheinlicher erscheint aber, dass Betroffene in ihrer Kindheit bei ihren Eltern beobachtet haben, wie sich diese nur widerwillig und vorsichtig auf Balkone, Brücken oder Türme begaben, und imitierten dieses Verhalten. Aber auch übertrieben strenge erzieherische Reaktionen auf die gewagten Ausflüge des Nachwuchses auf Mauern und Bäume können negative Assoziationen mit der Höhe auslösen, die dann in einer konkreten Situation angestoßen werden.

Der Höhenangst vorgeschaltet ist bei vielen Menschen der Höhenschwindel, eine normale körperliche Reaktion auf eine große Höhe.

Unabhängig von der Höhe kommt es bei der Akoraphobie zu panikartigen Ängsten vor der Tiefe. | Bild: twentysixpix – Fotolia

Höhenangst lässt sich in der Regel gut behandeln. Meistens erfolgt eine Psychotherapie in Form einer Expositionstherapie oder Konfrontationstherapie (aus dem Bereich der verhaltenstherapeutischen Psychotherapien), bei der die Betroffenen mit ihren Ängsten in wachsendem Ausmaß konfrontiert werden. Bei dieser Methode der Psychotherapie wird die Lernfähigkeit des Gehirns genutzt, da es sich durch wiederholte Übungen an den Angst auslösenden Reiz gewöhnt. Je nach Schwere der Höhenangst wird dabei entweder mit einer Computerbrille, auf der virtuelle Szenen gezeigt werden, oder mit realen Situationen gearbeitet, wobei der Grad der Konfrontationstherapie stufenweise gesteigert wird. Dies wird häufig mit Entspannungs- und Atemtraining kombiniert, damit sich die Betroffenen selbst besser regulieren lernen.

Höhenangst mit Hypnose überwinden?

Bei Höhenangst kommt ebenfalls häufig die Hypnose zur Anwendung. Sie bringt oftmals die Ursache an die Oberfläche und eignet sich als begleitende Maßnahme zu einer Verhaltenstherapie. Voraussetzung dafür ist allerdings, sich auf diese Technik einzulassen, da sie nur dann wirksam sein kann.

Homöopathische Mittel: Argentum nitricum (Silbernitrat)

Die Homöopathie bringt noch einen weiteren Aspekt in die Betrachtung der Akrophobie. Je nach tieferer Ursache kann die Höhenangst mittels homöopathischer Mittel behandelt werden. So kann sich unter Umständen eine Versagensangst, die während der Kindheit und der Jugend vom sozialen Umfeld konditioniert wurde, als Höhenangst manifestieren. Bei Menschen, die neben der Höhenangst über ein niedriges Selbstwertgefühl – auch in Verbindung mit anderen Phobien, wie Prüfungsangst, Klaustrophobie oder Angst vor Menschenmengen – klagen, ist Argentum nitricum ein mögliches geeignetes homöopathisches Mittel. Die durch Argentum nitricum beschriebene Persönlichkeit sucht Selbstverwirklichung und Erfolg durch Anwendung der eigenen Kreativität, hat dabei aber ein großes Misstrauen in die eigenen Fähigkeiten und große Angst vor dem Scheitern. Die herbeigesehnten Höhenflüge können bei diesem Typus „Höhenschwindel“ im übertragenen Sinne auslösen. Argentum nitricum kann die aufgestaute Angst und Unsicherheit lösen, um das Intelligenz- und Kreativpotenzial dieser Persönlichkeit wieder zum Vorschein zu bringen.

Um Höhenangst zu überwinden, ist es auf der Suche nach der geeigneten Therapie allerdings unerlässlich, sich nicht selbst zu behandeln, sondern in die Hände einer erfahrenen Therapeutin oder eines Therapeuten zu begeben, die/der die geeignete Methode oder das richtige homöopathische Mittel bestimmen kann.

Sehen Sie hier unser Dossier zum Thema „Angst“



Antworten

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren und Leser-Tags zu vergeben.