Ernährung gegen Diabetes Typ 2

Zuckerkranken wird mitunter empfohlen, mediterrane oder vegane Kost in ihren Ernährungsplan aufzunehmen.

Laut Erkenntnissen aus Amerika konnten Typ-2-Diabetiker durch fettreduzierte vegane Ernährung ihren Blutzuckerspiegel normalisieren. | Bild: viperagp – Fotolia

Immer mehr Menschen leiden an der Zuckerkrankheit. Bei der erworbenen Form, dem Diabetes mellitus Typ 2, spielen Ernährung und Bewegung eine wichtige Rolle. Das gilt sowohl für die Entwicklung der Zuckerkrankheit als auch für deren Behandlung. Denn: Der Typ 2-Diabetes lässt sich in den meisten Fällen bereits durch eine Änderung von Ernährung und Lebensweise heilen.

Dennoch kommt es in den meisten Fällen zu keiner optimalen Einstellung des Blutzuckers. Die Folge sind akute und langfristige Komplikationen.

Die Zuckerkrankheit entsteht bei erblich bedingter Anlage und wenn der Lebensstil die Erkrankung fördert. Besonders gefährdet sind Menschen mit Übergewicht und Bewegungsmangel. Denn Fettgewebe und verminderte Muskelmasse beeinflussen den Zuckerstoffwechsel negativ. Außerdem haben Menschen, die viel Fleisch essen, ein höheres Diabetes-Risiko. Bei häufigem Fleischkonsum – so wird vermutet – sind bestimmte Stoffe wie Eisen und Nitrosamine in so großen Mengen vorhanden, dass sie die Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse schädigen. Ein Zusammenhang zwischen Rauchen und der Zuckerkrankheit ist bislang nur für Männer nachgewiesen. In Deutschland sind mehr als sechs Millionen Menschen an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Die Behandlung zuckerkranker Menschen besteht aus gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung. Wird mit diesen Maßnahmen der Zuckerstoffwechsel nicht normalisiert, kommen Medikamente, sogenannte Antidiabetika, zum Einsatz. Wenn auch damit der Blutzucker nicht ausreichend eingestellt werden kann, müssen Diabetiker Insulin spritzen.

Wie der intakte Zuckerstoffwechsel funktioniert

Nach dem Verzehr werden Kohlenhydrate im Verdauungstrakt zu Traubenzucker (Glukose) umgewandelt, der für die Energiegewinnung in den Zellen wichtig ist. Glukose gelangt über die Darmwand in den Blutkreislauf und wird auf diese Weise im ganzen Körper verteilt. Damit die im Blut vorhandene Glukose auch ins Zellinnere gelangt, ist der Botenstoff Insulin notwendig. Er wird in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse hergestellt. Neben dem Transport von Glukose in die Zellen sorgt Insulin auch dafür, dass Glukose in der Leber und in den Muskelzellen gespeichert wird. Diese Speicher sorgen für einen konstanten Blutzuckerspiegel.

Diabetes mellitus Typ 1 und 2

Von Diabetes mellitus spricht man, wenn zu viel Zucker im Blut vorhanden ist. Ist die Ursache ein absoluter Insulinmangel, das heißt die Betazellen der Bauchspeicheldrüse produzieren kein Insulin mehr, liegt ein Diabetes mellitus Typ 1 vor. Besteht eine verminderte Insulin-Wirkung (Insulinresistenz) handelt es sich um einen Diabetes mellitus Typ 2. Bei der Insulinresistenz können Muskel-, Leber- und Fettgewebe das Insulin nicht im erforderlichen Maß verwerten. Damit trotzdem genügend Insulin für die Glukose-Verwertung vorhanden ist, produziert die Bauchspeicheldrüse so lange mehr Insulin, bis sie nicht mehr kann. Dann kommt es auch beim Typ 2 Diabetes zu einem absoluten Insulinmangel.

Ernährung bei Diabetes: Erfolge mit veganer Diät

Dass die Zuckerkrankheit allein durch Lebensstiländerung erfolgreich behandelt werden kann, bewies der amerikanische Arzt Neal D. Barnard. Durch eine fettreduzierte vegane Ernährung konnten Zuckerkranke ihren Blutzuckerspiegel normalisieren, die Cholesterinwerte und den Blutdruck senken sowie das Gewicht reduzieren. Und das sogar ohne Kalorien zu zählen, die Essensmenge zu reduzieren oder auf Kohlenhydrate zu verzichten. In der 2006 veröffentlichten Studie verglich Barnard die Wirkung der fettreduzierten veganen Ernährung mit der von der amerikanischen Diabetes-Gesellschaft (ADA) (1) für Diabetiker empfohlenen Kost. Bei der veganen Diät war die Nährstoffzusammensetzung 10 Prozent Fett, 15 Prozent Eiweiß und 75 Prozent Kohlenhydrate. In der ADA-Diätgruppe war die Nährstoffverteilung 15 bis 20 Prozent Eiweiß, weniger als sieben Prozent gesättigte Fette (z. B. Butter oder Kokosöl) und 60 bis 70 Prozent Kohlenhydrate und einfach ungesättigte Fette (z. B. Oliven- oder Rapsöl, Avocados oder Nüsse). Nur in dieser Gruppe wurde für Übergewichtige die Kalorienzufuhr um 500 bis 1.000 kcal reduziert. Um einem etwaigen Vitamin B12-Mangel vorzubeugen, erhielten alle Studienteilnehmer täglich 100 μg Vitamin B12.

Nach 12 Wochen konnten 43 Prozent der Studienteilnehmer aus der veganen Gruppe die Einnahme von Antidiabetika reduzieren. In der ADA-Diätgruppe gelang das nur 26 Prozent. Der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c fiel in der veganen Gruppe um 0,96 Prozentpunkte, in der ADA-Gruppe nur um 0,56. Unter der veganen Kost betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust 6,5 kg gegenüber 3,1 kg unter der ADA Diät.

In einem Interview des Deutschlandfunks betonte der Chefarzt für Integrative Medizin am Berliner Immanuel-Krankenhaus und Professor für Naturheilkunde an der Charité, Prof. Dr. Andreas Michalsen, es sei „sehr gut gesichert, dass sich durch pflanzliche, vor allem eine vegane oder vegan betonte Ernährung, sehr gute Effekte bei Diabetes mellitus, bei Bluthochdruck und in der Reduktion von kardiovaskulären Erkrankungen zeigen lassen“.

Gesunde Ernährung bei Diabetes

Mediterrane Kost, Diabetes-Diät, vegetarische oder vegane Ernährung – es gibt viele Ernährungsweisen, die auch für die Ernährung des Diabetikers als gesund gelten. Allen gemeinsam ist ein hoher Anteil an Obst und Gemüse und wenig bis kein Fleisch. Dies ist auch unter den Ernährungsexperten unstrittig. Laut Prof. Dr. Michalsen ist die Ernährung umso gesünder, je weniger tierische Fette und tierisches Eiweiß sie enthält. Eine einprägsame Regel für eine gesunde Ernährung lautet: „Es ist besser, etwas zu essen, das auf einem Bein steht (Pilze und Pflanzen) als etwas zu essen, das auf zwei Beinen steht (Geflügel), und das wiederum ist besser, als etwas zu essen, das auf vier Beinen steht (Kühe, Schweine und andere Säugetiere)“. (2)

Uneinig sind sich die Ernährungswissenschaftler in der Beurteilung der veganen Ernährung. Die Sorge gilt einer möglichen Mangelernährung unter veganer Kost. Deshalb gilt die Empfehlung: Wer sich vegan ernährt, sollte regelmäßig, etwa alle halbe Jahre, seine Vitamin B12- und Calcium-Werte überprüfen lassen. Ist der Vitamin B12-Spiegel zu niedrig, ist eine Ergänzung mit Vitamin B12 (z. B. mit Vitamin B12 Depot Hevert) notwendig. Bei zu wenig Calcium gibt es zwei Möglichkeiten: Man nimmt es ein oder achtet bei der Ernährung auf Calcium-reiche Gemüsesorten wie Brokkoli, Chinakohl etc. (Siehe dazu Calcium-Bedarf decken ohne Milchprodukte (3) )

Warum so viele Komplikationen?

Wenn es möglich ist, durch eine gesunde Ernährung und gesteigerte körperliche Aktivität die Zuckerkrankheit zu verhindern oder zu heilen, warum kommt es zu so vielen Komplikationen? Diabetes mellitus Typ 2 verursacht im Anfangsstadium keine Beschwerden, so dass er nur in einer ärztlichen Untersuchung an einem erhöhten Nüchternblutzucker erkannt werden kann. Daher wird er oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Typische Anzeichen für einen bereits fortgeschrittenen Diabetes mellitus Typ 2 sind großer Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, trockene Haut, Juckreiz und Sehstörungen. Selbst nach der Diagnose wird die Gesundheitsgefährdung von Betroffenen vielfach unterschätzt. Die Krankheit richtet unterdessen weitere Schäden an: Langfristig werden die Nerven, die kleinen und großen Blutgefäße geschädigt. Die Folgen eines schlecht eingestellten Blutzuckers sind gravierend: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Verlust von Gliedmaßen und Erblindung. Jährlich werden in Deutschland wegen der Zuckerkrankheit rund 40.000 Amputationen notwendig. Etwa 2.000 Menschen erblinden und 2.300 werden dialysepflichtig, weil ihre Nieren versagen.

Diabetes-Komplikationen entgegenwirken

Je nachdem, ob der Diabetiker auch eine Fettstoffwechselstörung hat, einen zu hohen Blutdruck hat oder übergewichtig ist, kann dies in Ernährungsempfehlungen berücksichtigt werden. Der behandelnde Therapeut wird ganz individuelle Kostempfehlungen geben. Das A und O jeder Diabetes-Behandlung ist es, den Blutzuckerspiegel zu normalisieren, gelingt das durch eine Lebensstiländerung nicht, kommen Medikamente zum Einsatz. Kommt es auch unter Antidiabetika zu keiner Normalisierung des Blutzuckers, müssen Betroffene Insulin spritzen. Außerdem ist es für Diabetiker wichtig, auf eine ausreichende Vitamin-Versorgung zu achten. Zuckerkranke haben beispielsweise oft zu wenig Vitamin B1 und B12. Vitamin B1 greift in wichtige Funktionen des Zuckerstoffwechsels ein. Bei einem Mangel kann es zu Nervenschädigungen, und Störungen am Gefäßsystem kommen. Ein Vitamin B12-Mangel wiederum schädigt die Nerven und kann zu Blutarmut führen. Wird ein Mangel festgestellt, sollten diese beiden B-Vitamine (z. B. Vitamin B1 Hevert und Vitamin B12 Depot Hevert ) zugeführt werden.

Vorbeugende und therapeutische Hilfe für Komplikationen der Zuckerkrankheit hält auch die Naturheilkunde bereit. Treten bei Diabetikern Nervenschmerzen auf, so hilft etwa das homöopathische Komplexmittel Gelsemium comp.-Hevert Tropfen Nervenentzündungen und die damit verbundenen Schmerzen zu lindern. Die Kombination der neun enthaltenen homöopathischen Wirkstoffe aktiviert die Abwehrleistung des Körpers und stärkt die Selbstheilungskräfte. Die Tropfen sind gut verträglich und auch für eine längerfristige Behandlung geeignet.

Bei der für die Zuckerkrankheit typischen Schädigung des Blutgefäßsystems vermindert das homöopathische Arzneimittel Ginkgo biloba comp.-Hevert bei langfristiger und regelmäßiger Einnahme das Fortschreiten der Arteriosklerose. Frühzeitig eingenommen schützt es das Gefäßsystem, reguliert erhöhten Blutdruck und verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Wirkstoffe in Ginkgo biloba comp.-Hevert sind Ginkgo biloba (Ginkgobaum) und Aurum colloidale (Gold). Sie entfalten ihr Potenzial im zentralen Nervensystem und in den Blutgefäßen.



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