Vitamin D und Osteoporose – Kapitel 1: Knochenwachstum und Knochenschwund

Bei Osteoporose liegt eine reduzierte Knochendichte oder Knochenmasse vor

Bei Osteoporose liegt eine reduzierte Knochendichte oder Knochenmasse vor. | Bild: RioPatuca Images – fotolia

Damit der Körper bestmöglich funktioniert, braucht er eine optimale Versorgung mit Nährstoffen. Vitamin D beispielsweise ist unerlässlich für die Knochengesundheit, da es für den Knochenaufbau zuständig ist. Ingrid Acker, Diplom-Diätologin/Ernährungsberaterin mit eigener Praxis in Rödermark (Hessen) beschreibt die Bedeutung von Vitamin D und erklärt den Zusammenhang zwischen einem Mangel und der Entstehung von Osteoporose.

Wer im Wörterbuch den Begriff „Osteoporose“ nachschlägt, findet ihn mit „Knochenschwund“ übersetzt. Das Wort „Osteo“ kommt aus dem Griechischen und heißt Knochen, „Porose“ bedeutet „Loch“. Bei der Osteoporose handelt es sich also um eine Knochenerkrankung, bei der die Knochendichte oder die Knochenmasse abnimmt.

Um die Osteoporose besser zu verstehen, lohnt zunächst der Blick auf den Stoffwechsel der Knochen. Wie das Mauerwerk eines Hauses bilden sie das Gerüst in unserem Körper. Sie geben uns Halt und sind wichtig für die Körperstatik. Starke Knochen bieten den Muskeln gute Ansatzpunkte und leisten somit auch einen Beitrag für Stabilität und Kraft.

In jungen Jahren, wenn das Knochengerüst noch wächst und gestärkt wird, ist das Knochenwachstum sehr viel reger als im Alter. Doch aktiv bleibt es ein Leben lang, entgegen landläufiger Meinungen. Je nach physiologischem Bedarf kommt es zum Aufbau oder Abbau der Knochen. Letzteres ist wiederum wichtig, um u. a. den Kalziumspiegel im Blut aufrecht zu erhalten und den Muskeln genügend Spannung zu verleihen.

Verändertes Gleichgewicht: Bei Osteoporose überwiegt der Knochenabbau

Das Gleichgewicht zwischen den so genannten Osteoblasten und Osteoklasten, das der Körper immer wieder einstellen muss, ist eine großartige Leistung: die Osteoblasten sorgen für den Knochenaufbau, die Osteoklasten sind für den Knochenabbau zuständig. Verschiebt sich das Gleichgewicht hin zu einem verstärkten Knochenabbau, sprechen wir von der Osteoporose. Der Knochen ist sichtbar durchlöchert. Anstelle einer festen, durchgehenden Substanz entstehen Gitter-Strukturen. Der Knochen ist zu schwach und bricht. Das zeigt sich auch an der Wirbelsäule. Wenn die Zwischenwirbel brechen, ist eine aufrechte Haltung schwer möglich und es kommt zum Rundrücken, früher Witwenbuckel genannt. All das ist sehr schmerzhaft.

Für den Aufbau der Knochen benötigen wir – wie bei einem Hausbau – gutes Material. Zu den wichtigen Baumaterialen zählen Eiweiß und Kalzium. Nun braucht es auch einen Profi, der das Material zu einem ordentlichen Gerüst zusammenstellt und die Qualität im Auge behält. Schließlich soll das Haus „Körper“ viele Jahre stabil bleiben. Ein solcher Profi und unentbehrlicher Helfer ist das Vitamin D. Ebenfalls wichtig sind Parathormon und Calcitonin, die als Hormone den Kalzium- und Phosphathaushalt regulieren, oder Östrogen, das dem Knochenabbau entgegenwirkt.

Viele Ursachen

Stehen dem Körper nicht genügend Baumaterialien und wenige Helfer zur Verfügung, wird der Knochenaufbau gestört und Osteoporose kann entstehen. Die Ursachen sind vielfältig, wie etwa:

  • unausgewogene Ernährung,
  • die Haut erhält zu wenig Sonnenlicht, welches für die Vitamin D-Produktion notwendig ist,
  • zu wenig Bewegung,
  • bestehende Darmschädigungen (zum Beispiel Entzündungen, Zöliakie), sodass der Darm unzureichend Nährstoffe aufnimmt,
  • ungenügende Regulierung durch Hormone, etwa bei einer Störung in der Schilddrüse,
  • abnehmende Hormonproduktion in den Wechseljahren und
  • die Einnahme von Medikamenten wie zum Beispiel Cortison.

 
Wer auf diese Ansatzpunkte achtet, unternimmt bereits erste Schritte, um der Osteoporose vorzubeugen.

Lesen Sie hier alle Kapitel des Gästeblogs der Ernährungsberaterin Ingrid Acker.



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