Folge 2: Nina Eichinger über Umwelt und Naturschutz

Nina Eichinger: „Es ist nicht möglich in ganz Deutschland effektiv Sonnenenergie oder Wind- und Wasserkraft zu nutzen. Stattdessen sollten wir überprüfen, wo eine bestimmte Form der Energienutzung am effektivsten ist und diese dann auch dort ausbauen.“ | Bild: artjazz - fotolia

Nina Eichinger: „Es ist nicht möglich in ganz Deutschland effektiv Sonnenenergie oder Wind- und Wasserkraft zu nutzen. Stattdessen sollten wir überprüfen, wo eine bestimmte Form der Energienutzung am effektivsten ist und diese dann auch dort ausbauen.“ | Bild: artjazz – fotolia

Manchmal ist es leicht, zu vergessen, dass wir selbst auch ein Teil der Natur sind. Wir denken oft, die Natur ist für uns da. Dabei sind wir in jeder Hinsicht abhängig von der Natur und deswegen gibt es für mich auch keine Diskussion was den Naturschutz angeht. Selbstverständlich ist er wichtig! Wir beziehen schließlich unsere Luft, unsere Nahrung und unsere Rohstoffe aus der Natur, ohne sie können wir nicht überleben. Wir vergessen, dass in der Natur eben alles irgendwie zusammen hängt. Sie ist ein perfekt durchdachtes System, in dem alles seinen Grund hat. Selbst wenn wir uns diesen nicht immer gleich erschließen können. Denn wer akzeptiert schon, dass selbst die Mücke, die uns grade um den Kopf schwirrt, einen Zweck in diesem System erfüllt. Und anders als wir, produziert die Natur auch keinen Müll. Alles wird in einem Kreislauf wiederverwertet, da sollten wir uns mal einiges von abschauen.

„Irgendwann ist die Natur erschöpft“

Nina Eichinger

Wir müssen begreifen, dass sich nicht alle Schäden von selbst reparieren und dass wir zwangsläufig in eine Sackgasse laufen, wenn wir gegen die Natur arbeiten. Denn als Teil der Natur schaden wir uns selbst, je weiter wir uns von ihr entfernen. Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass wir sehr oft Dinge tun, deren Folgen wir erst im Nachhinein bemerken und abschätzen können. Messungen haben gezeigt, dass sich das Ozonloch dank dem Verbot von FCKW´s (Das sind Fluor, Chlor, Kohlenwasserstoffe, die in der Luft zur Zersetzung der Ozonschicht geführt haben) wieder schließt. In Anbetracht der Umweltprobleme und Klimakatastrophen ist das allerdings nur ein kleiner Erfolg. Wir können heute noch nicht abschätzen, welche Folgen unser Handeln nach sich zieht. Deshalb ist es nur umso wichtiger, viel für den Schutz und den Erhalt unserer Umwelt zu tun.

Naturschutz beginnt mit kleinen Dingen

Vor kurzem war ich in Laos, wo sehr viel Regenwald abgeholzt wird, um neuen Platz für Plantagen zu schaffen. So etwas tatsächlich mit eigenen Augen zu sehen macht einen noch einmal sensibler für die Problematik. Natürlich hat man dann immer das Gefühl, dort etwas dagegen unternehmen zu wollen. Ich denke allerdings auch, dass es sehr wichtig ist, hier in Deutschland damit anzufangen.

Ich behaupte, die Deutschen haben inzwischen durchaus ein Bewusstsein für ihre Natur und Umwelt entwickelt. Wichtig ist jetzt nur, dass wir auch aktiv werden. Und da gibt es tatsächlich jede Menge zu tun – ob wirtschaftlich, politisch oder privat. Und das fängt bei so banalen Sachen wie der Besetzung der Ämter an, in diesem Fall das Amt des Umweltministers. Hier sollte man Fachleute der Umweltwissenschaften einsetzen. Denn ein Umweltminister/eine Umweltministerin, der/die sich erst in die Thematik einarbeiten und sich hauptsächlich auf Berater verlassen muss, verspricht auf Dauer keinen Erfolg. Ein Unternehmen stellt normalerweise ja auch nur Leute ein, die bereits Erfahrung und Know-how auf ihrem Gebiet mitbringen, um die bestmöglichsten Ergebnisse zu erzielen.

Neben der Politik ist aber auch die Wirtschaft entscheidend am Gelingen oder Nichtgelingen des Umweltschutzes beteiligt. Wir müssten viel mehr Geld in die Forschung nach Alternativen investieren. Aber die Angst vor unwirtschaftlichen Lösungen und weniger Wachstum bremst den Umweltschutz und die Energiewende aus. Dabei gibt es viel, was sich hier umsetzen ließe. Warum gibt es in Deutschland zum Beispiel immer noch kein Plastiktütenverbot? In Asien, wo praktisch alles in Plastik verpackt wird, wäre eine solche Änderung natürlich sehr viel schwieriger durchzuführen, ich bin jedoch überzeugt, dass es in Deutschland niemanden stören würde, beim Einkaufen die Papiervariante zu nutzen. Die Plastiktüten sind sicherlich nicht die Antwort auf alle Probleme, aber sie sind ein kleiner Teil davon.

Überhaupt halte ich es für sehr viel sinnvoller regionale Gegebenheiten auszunutzen und individueller zu denken. Es ist nicht möglich in ganz Deutschland effektiv Sonnenenergie oder Wind- und Wasserkraft zu nutzen. Es gibt keine „Superlösung“. Stattdessen sollten wir überprüfen, wo eine bestimmte Form der Energienutzung am effektivsten ist und diese dann auch dort ausbauen. Die Natur gibt uns so viel und wir haben die Technik diese Geschenke effektiv zu nutzen.

Lesen Sie hier alle Kapitel des Gästeblogs der Moderatorin Nina Eichinger.



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