Kapitel 2: Ausleitung – der homöopathische Weg

In der Homöopathie beeinflusst die Mariendistel den Leberstoffwechsel. Daher wird sie für die Ausleitungs-Therapie genutzt.

In der Homöopathie beeinflusst die Mariendistel den Leberstoffwechsel. Daher wird sie für die Ausleitungs-Therapie genutzt. | Bild: Leiana – Fotolia

Im ersten Kapitel dieses Gästeblog-Beitrags beschrieb Heilpraktiker Oliver Lorey die Geschichte der Ausleitung. Wie Giftstoffe mit Hilfe der Homöopathie aus dem Körper herausbefördert werden können, erklärt er aus seiner langjährigen beruflichen Erfahrung in diesem Kapitel.

Mit einem gut funktionierenden Stoffwechsel schafft es unser Körper, Giftstoffe hinauszubefördern. Leider wird das in Zeiten einer zunehmenden Umweltbelastung und eines ungünstigen Essverhaltens immer schwieriger. Die Aufnahme von schädlichen Stoffen liegt heute weit über dem, was noch vor 100 Jahren von einem Menschen bewältigt werden musste. Die Gefahr einer Vergiftung des Organismus mit all seinen gesundheitlichen Folgen steigt.

Die Thematik lässt sich an einem Beispiel erklären: Stellen Sie sich vor, dass Sie einen Job haben, der Sie voll auslastet. Nun kommt der Vorgesetzte auf die Idee und verlangt zusätzlich zur täglichen Arbeit noch die Erledigung weiterer Aufgaben. Zunächst können Sie diese mit Überstunden erledigen. Nimmt die Arbeit weiter zu, fangen Sie an, Prioritäten zu setzen, und entscheiden damit, welche Aufgaben warten müssen. Also landen nicht so wichtige Dinge in Schubladen und Schränken und werden auf später verschoben. Im Organismus des Menschen entspricht dies der Ansammlung von Giftstoffen in Depos, beispielsweise in den Zellzwischenräumen und im Fettgewebe. Es entsteht eine Art Müllabladeplatz. Außerdem achtet der Körper ab diesem Zeitpunkt sehr genau darauf, was er in den Organismus hinein lässt und was nicht. Dies kann sich in einer Allergie oder durch Unverträglichkeiten zeigen.

Ausleitung mit Homöopathie

Neben den im ersten Kapitel genannten Entgiftungstherapien können auch auf homöopathischem Weg gezielt die ausscheidungsrelevanten Organe wie Haut, Niere, Leber, Lymphsystem und Darm angeregt werden. Dafür eignen sich sowohl homöopathische Einzelmittel, die durch den Therapeuten individuell für jeden Patienten bestimmt werden, als auch homöopathische Komplexmittel. Mit einer homöopathischen Ausleitungskur ist es möglich, durch feine, sich wiederholende Reize die dafür bestimmten Ausscheidungsorgane zur Entgiftung anzuregen. Welche Organsysteme speziell angeregt werden, richtet sich nach der individuellen Indikation und dem aktuellen Zustand des Patienten.

Es sollen die Organsysteme angeregt werden, die an der Speicherung und Ausscheidung von Schadstoffen beteiligt sind. Das sind zum Beispiel die Leber als größtes Stoffwechselorgan mit wichtiger Speicherfunktion, die Niere als Ausscheidungs- und Filtrationsorgan, der Magen-Darm-Trakt als Assimilatonsorgan und Speicher-, Abwehr-, Transport- und Ausscheidungsorgan, die Milz und das Lymphsystem als Abwehr- und Transportorgane, die Haut als größtes Ausscheidungsorgan und im Speziellen das Bindegewebe. Es dient im Wesentlichen als Drainage-, Speicher- und Transportstruktur in unserem Körper.

Folgende homöopathischen Mittel finden hier ihre Anwendung:

  1. Leberstoffwechsel: Carduus marianus (Mariendistel)
  2. Nierenstoffwechsel: Solidago (Goldrute)
  3. Magen-Darm-Trakt: Okoubaka (westafrikanischer Urwaldbaum)
  4. Leber- und Milzstörung: Ceanothus americanus (Seckelblume)

Nach Anregung und Stärkung der wichtigen Entgiftungsorgane lassen sich gezielt Belastungsfaktoren ausleiten. Dies können zum Beispiel Schwermetalle (Amalgam, Blei, Cadmium etc.), Pestizide oder Lösungsmittel sein. Diesen Zweck erfüllen zahlreiche homöopathische Einzel- und Komplexmittel sowie sogenannte Nosoden (Mittel aus pathogenen organischen Materialien). Sie schleusen die Gifte aus dem Organismus. Erfahrene Therapeuten wissen, in welchen Potenzen die jeweiligen Mittel verabreicht werden müssen.

Weitere Verfahren zur Ausleitung

Neuere Verfahren wie die Informationsfeldmedizin erweitern die Möglichkeiten. Lassen sich die Giftstoffe nicht exakt abklären, können Therapeuten mit diesen Verfahren individuelle Mittel bestimmen, sogenannte Autonosoden. Diese Mittel entstehen aus den verschiedensten Körpersubstanzen. Die Herstellung eines Mittels aus Eigenurin hat sich zum Beispiel in meiner Praxis als sehr sinnvoll herausgestellt. Im Urin sind Toxine zu finden, die der Organismus ausscheiden möchte.

Die Dauer einer Ausleitung oder Entgiftung ist von Patient zu Patient unterschiedlich, sollte aber mindestens zwischen vier und sechs Wochen dauern. In diesem Zeitraum werden die verschiedenen unterstützenden Maßnahmen und homöopathischen Mittel individuell angewendet. Viel Trinken unterstützt die Therapie. Zur Flüssigkeitsaufnahme eignet sich gutes Mineralwasser ohne Kohlensäure. Auch Tees sind erlaubt, die auf natürliche Weise die Entgiftung fördern. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe an Faktoren, die das Ausleiten von Giftstoffen unterstützen:

  1. körperliche Bewegung, etwa Spaziergänge in der Natur
  2. Yoga, Qi Gong, Tai Chi oder ähnliche Methoden
  3. regelmäßige Saunagänge
  4. Massagen und Fußreflexzonenmassagen
  5. angepasste Ernährung, also kein Kaffee, Zucker, Alkohol, Nikotin und keine Kuhmilchprodukte.

Lesen Sie hier alle Gästeblog-Beiträge von Oliver Lorey zum Thema Ausleitung und Homöopathie.

Sehen Sie hier unser Dossier zum Thema Fasten und Entgiftung



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