Kapitel 1: Dirk Ortlinghaus – Tai Chi und Qigong: dem Stress im Alltag begegnen

Von allen Seiten herrscht Druck und Zug: Immer häufiger entstehen stressbedingt Krankheiten wie Depressionen und  Burnout oder funktionale Störungen wie ein Bluthochdruck. | Bild: STUDIO GRAND OUEST – Fotolia

Von allen Seiten herrscht Druck und Zug: Immer häufiger entstehen stressbedingt Krankheiten wie Depressionen und Burnout oder funktionale Störungen wie ein Bluthochdruck. | Bild: STUDIO GRAND OUEST – Fotolia

Nach der Studie „Bleib locker Deutschland“ aus dem Jahr 2013 entsteht jeder sechste Krankschreibungstag hierzulande aufgrund psychisch bedingter Erkrankungen wie etwa Depressionen, Belastungs- oder Angststörungen. Ursachen dafür sind in erster Linie der Job, aber auch die hohen Ansprüche von außen oder an sich selbst, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Bei dieser Besorgnis erregenden Entwicklung ist es höchste Zeit für ein Umdenken. Und so genießen Techniken zur Stressreduktion wie etwa Tai Chi und Qigong immer mehr Beliebtheit. Dirk Ortlinghaus erklärt im ersten Kapitel, woher die Techniken kommen und was sie bewirken können. Im zweiten Kapitel nennt er einfache Übungen zum leichten Einstieg.

Immer mehr Menschen fühlen sich gestresst. Die Folge sind zunehmende, gesundheitliche Beeinträchtigungen wie die Jahresberichte der Krankenkassen regelmäßig belegen: Sowohl die Krankheitstage durch psychische Belastungen als auch stressbedingte Erkrankungen, wie erhöhter Blutdruck, Muskelverspannungen oder Diabetes nehmen zu. Der Grund: Das Lebenstempo nimmt an Fahrt auf, die Umwelt und ihre Anforderungen werden vielfältiger aber auch immer undurchschaubarer. Es scheint, dass wir einen neuen Umgang mit dieser Welt brauchen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben.

In einer kriegerischen, politisch unruhigen und damit sehr unübersichtlichen Zeit vor über 2.000 Jahren hatten sich Philosophen in China die Fragen gestellt „Wo ist der Weg? Wie kann der Mensch in Harmonie mit der Welt kommen? Wie können die Menschen mit dem stetigen Wandel umgehen und angemessen reagieren?“ In dieser Zeit entstanden Übungen zur Pflege des Lebens, die heute Tai Chi und Qigong genannt werden. Beides sind Techniken der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die auf die Lebensenergie ausgleichend wirken sollen. Millionen von Menschen in der ganzen Welt praktizieren diese bewegungsorientierten Meditationstechniken. Eine gute Wahrnehmung ist dabei eine wichtige Voraussetzung, um Freiräume oder neue Seiten an sich zu entdecken sowie Freude an der eigenen Lebensgestaltung oder Umgestaltung zu haben.

Alles fließt wieder

Daher sind Wahrnehmen und Spüren zwei zentrale Themen in Tai Chi- und Qigong-Kursen. Die Teilnehmer lernen zu erkennen, wann sie sich verausgaben und in Stress geraten. Dabei ermöglichen die Meditationstechniken einen neuen Blick auf den Alltag und fördern die Zufriedenheit. Die fließende Abfolge von Bewegungen und Figuren entspannt, hilft Stress abzubauen und erhört die Konzentrationsfähigkeit. Regelmäßig ausgeübt, lösen Tai Chi und Qigong Verspannungen, verringern Rücken- und Nackenschmerzen und verbessern insgesamt die Gesundheit und das Wohlbefinden. Der Geist wird durch die meditative Grundhaltung beruhigt. Stressrelevante Faktoren wie Gewohnheiten und Muster werden zugänglich, können in Frage gestellt, aufgelöst oder verändert werden. Tai Chi und Qigong bringen somit das Leben wieder ins Fließen.

Und noch ein Vorteil für Interessierte: Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen Tai Chi- und Qigong-Kurse, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention anerkannt sind. Anbieter finden sich auf den Webseiten der Krankenkassen.

Lesen Sie hier alle Gästeblog-Beiträge von Dirk Ortlinghaus zu Thema Tai Chi und Stressmanagement.

Sehen Sie hier unser Dossier zum Thema Stress



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