Kapitel 1: Das Immunsystem – natürlich stark gegen Krankheitserreger

Um Krankheitserreger abzuwehren, verfügt der menschliche Körper über einige Schutz-Mechanismen.

Um Krankheitserreger abzuwehren, verfügt der menschliche Körper über einige Schutz-Mechanismen. | Bild: Pavel Losevsky – Fotolia

Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk. Tausende Prozesse und Vorgänge finden jede Sekunde und komplex aufeinander abgestimmt statt. Ein Beispiel dafür ist das Immunsystem. Wir werden permanent mit Krankheitserregern konfrontiert. Doch der menschliche Körper hat gegen die unerwünschten Eindringlinge eine facettenreiche Antwort.

Unser Immunsystem ist nicht einfach ein Organ, sondern ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Knochenmark, Thymus, Milz, Lymphknoten, Rachen-, Zungen- und Gaumenmandeln und dem lymphatischen Gewebe im Darm, den Peyer Plaques. Auch das Hormon- und das Nervensystem und letztlich der gesamte Organismus erfüllen wichtige Funktionen, damit unsere Gesundheit erhalten bleibt. Deshalb können neben Krankheitserregern wie Viren und Bakterien auch eine unausgewogene Ernährung, Medikamente, Stress, Sorgen und Hormonschwankungen das Immunsystem aus der Balance bringen.

Um das Immunsystem zu stärken, müssen also verschiedene Aspekte auf körperlicher, geistiger und psychischer Ebene beachtet und in ein Gleichgewicht gebracht werden. Hier ist die Homöopathie eine bewährte Therapie, welche die richtigen Impulse setzt, um dieses fein abgestimmte Zusammenspiel im Organismus zu gewährleisten. Um Erreger aus der Luft, dem Wasser und der Nahrung abzuwehren, stehen uns verschiedene Schutzbarrieren zur Verfügung. Das sind zum Beispiel:

  • Der Säureschutzmantel der Haut mit einem pH-Wert von 5,7 hält Krankheitserreger davon ab, durch die Haut einzudringen und sich im Körper auszubreiten. Enzyme in der Tränenflüssigkeit und im Speichel sowie die Magensäure machen Erreger unwirksam, ebenso das basische Milieu im Zwölffingerdarm.
  • Die oberen Luftwege fangen durch Flimmerhärchen und eine Schleimschicht Erreger ab.

Wenn es den Keimen trotzdem gelingt, in den Körper zu gelangen, wird das Immunsystem sofort mit den beiden Komponenten der unspezifischen und der spezifischen Abwehr aktiviert. Die Zellen, die uns vor Krankheitserregern schützen, entstehen vorwiegend im Knochenmark. Anschließend wandern sie dann an die verschiedensten Stellen im Körper, in die Organe und Gewebe des Immunsystems, um dort ihrer Arbeit nachzukommen.

Bei Erkältungskrankheiten gelangen Viren über Nase und Mund in den Körper. Deshalb befindet sich im Rachen ein besonders wirkungsvolles Abwehrsystem. Der sogenannte lymphatische Ring (Waldeyerscher Rachenring) besteht aus den Rachen-, Zungen- und Gaumenmandeln sowie Seitensträngen und vielen Lymphknoten im Hals- und Kopfbereich. Die Mandeln enthalten Lymphfollikel (besonders aktives lymphatisches Gewebe), in denen sich spezifische Abwehrzellen vermehren und direkt auf die Erreger einwirken.

Bei starkem Kontakt mit Krankheitserregern werden sehr viele Lymphozyten gebildet. Dabei können die Mandeln schmerzhaft anschwellen. Das ist der Grund, warum Erkältungen oft mit Halsweh beginnen, bevor Schnupfen oder Husten einsetzen. In der homöopathischen Therapie ist dieser Mechanismus ein Ansatzpunkt, um das Immunsystem zu unterstützen.

Bis zu 80 Prozent im Darm

Für Krankheitserreger, die über die Nahrung und Wasser in unseren Körper gelangen, steht im Dünndarm ebenfalls solch ein lymphatisches Gewebe bereit, die sogenannten Peyer-Plaques. Zudem helfen darmfreundliche Bakterien, deren Bedeutung für unsere Gesundheit erst seit wenigen Jahren genauer erforscht wird und die zunehmend ins öffentliche Bewusstsein rücken.

70 bis 80 Prozent unseres Immunschutzes befinden sich im Darm. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, ihn und seine Bakterien gesund zu erhalten. Denn eine Schwächung des Immunsystems an dieser Stelle begünstigt nicht nur Erkältungskrankheiten, sondern weitaus gravierendere Probleme wie Allergien und Autoimmunerkrankungen. Dabei reagiert das Immunsystem entweder über oder Antikörper richten sich gegen die eigenen Organe und Strukturen. Der Darm verliert seine Kompetenz, Nährstoffe aus der Nahrung zu extrahieren, sodass unser Stoffwechsel nicht mehr funktionieren kann. Hier ist die Homöopathie geeignet, die Darmflora, das sogenannte Mikrobiom, wieder herzustellen und das Immunsystem zu regulieren.

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