Obstipation: Was tun bei Verstopfung

Verstopfung (Obstipation) tritt als Symptom auf, wenn zum Beispiel die Ernährung ballaststoffarm ist. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann helfen, zum Beispiel in Form von Vollkornbrot und Müsli.

Die Ursachen einer Obstipation (Verstopfung) können vielfältig sein. Häufig führen falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Stress zu einer dauerhaften Darmträgheit. Kommen Symptome wie Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen hinzu und treten diese häufig auf, sollte ein Arzt die Ursache abklären. Bild: Adiano | fotolia

Von Verstopfung oder Obstipation sprechen Mediziner, wenn jemand weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat, dabei stark pressen muss und der Stuhl hart und klumpig ist. Stress, falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung gelten als Ursachen. Tritt das Problem nur hin und wieder auf, können in vielen Fällen Hausmittel, eine angepasste Lebensweise und Homöopathie helfen. 

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Wie oft jemand Stuhlgang hat, ist individuell sehr verschieden. Alles von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich gilt als normal. Auch gelegentliche leichte Verstopfungen sind kein Grund zur Sorge. Das ist vorübergehend unangenehm, aber nicht dramatisch. Fast jeder kennt das Problem der Reiseverstopfung: Klimaumstellung, ein veränderter Tagesrhythmus, ungewohnte Speisen, aber auch ein unbewusster Ekel vor fremden Toiletten können dazu führen, dass der Darm streikt. Bei gesunden Menschen erholt sich die Verdauung innerhalb weniger Tage wieder. Wer dagegen über mehr als drei Monate Probleme mit dem Stuhlgang hat, sollte einen Arzt konsultieren. Sonst besteht die Gefahr, dass die Verstopfung chronisch wird (chronische Obstipation). Nach Schätzungen sind bis zu 15 Prozent der Bevölkerung davon betroffen.

Symptome der Obstipation: Auch wer täglich muss, kann verstopft sein

Wer weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat, leidet unter Verstopfung. Doch auch wer täglich Stuhlgang hat, kann chronisch verstopft sein, wenn zwei der folgenden Symptome auftreten:

  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Stuhlgang nur durch starkes Pressen
  • Harter, klumpiger Stuhl
  • Gefühl, der Darmausgang sei blockiert.
  • Stuhlgang muss manuell nachgeholfen werden, etwa durch Drücken auf den Enddarm

Wer über längere Zeit derartige Probleme mit dem Stuhlgang hat, sollte zum Arzt gehen. Unumgänglich ist ein Arztbesuch, wenn die Verstopfung plötzlich auftritt und zusätzlich Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder starke Bauchschmerzen auftreten. Denn dann könnte ein Darmverschluss vorliegen.

Ursachen der Obstipation sind vielfältig

Wer unter Verstopfung leidet, weiß oft nicht so genau warum. Das ist kein Wunder, denn es gibt eine ganze Reihe möglicher Ursachen. Eine vorübergehende Verstopfung kann zum Beispiel entstehen, wenn:

  • man zu wenig trinkt und sich ballaststoffarm ernährt,
  • man sich zu wenig bewegt, etwa bei Bettruhe während einer Erkrankung oder bei einem Langstreckenflug,
  • man eine fieberhafte Erkrankung hat,
  • der Darm Anpassungsprobleme hat zum Beispiel bei Schichtdienst, Reisen, spätem Aufstehen am Wochenende, ungewohnter Nahrung,
  • man viel stopfende Nahrungsmittel wie Bananen oder Schokolade isst.

Die Ursachen einer chronischen Verstopfung sind noch nicht vollständig erforscht. Abgesehen von eindeutigen Auslösern wie bestimmten Medikamenten (z.B. Antidepressiva, Eisenpräparate) oder Erkrankungen tragen vermutlich vor allem falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Stress zu einer dauerhaften Darmträgheit bei. Zur Therapie der Obstipation gehört daher häufig auch eine Veränderung des Lebensstils.

Was tun bei gelegentlicher Verstopfung?

Als Soforthilfe bei gelegentlichen, leichten Verstopfungen haben sich folgende Hausmittel bewährt:

  • Nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen ein Glas stilles, lauwarmes Wasser trinken.
  • Morgens fünf Minuten den Bauch sanft im Uhrzeigersinn massieren. Schwangere nur in Absprache mit ihrem Frauenarzt.
  • Abends vier bis fünf getrocknete Feigen oder Pflaumen in einer Tasse Wasser einweichen, abgedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht stehen lassen. Die Früchte am nächsten Morgen essen, das Einweichwasser mittrinken.
  • Über den Tag verteilt einige Gabeln rohes Sauerkraut essen.
  • Joghurt mit Leinsamen oder Haferkleie essen.
  • Noch besser als isolierte Ballaststsoffe ist es, ballaststoffeeiche Lebensmittel in die Ernährung zu integrieren, etwa in Form von Vollkornbrot und Müsli.
  • Sehr bekömmlich auch für Menschen mit schwacher Verdauung ist Vollkornreis.
  • Ballaststoffe können nur heilsam wirken, wenn sie mit einer ausreichenden Trinkmenge kombiniert sind.
  • Den gewohnten Tee am Morgen durch einen Kaffee ersetzen.
  • Eine halbe Stunde zügig gehen. Tatsächlich fördert Bewegung auch die Darmbewegung.
  • Löwenzahn als Tee, Tropfen oder Frischpresssaft, er wirkt mild abführend.
  • Löwenzahn (Taraxacum) ist auch in homöopathischen Komplexmitteln gegen Magen-Darm-Beschwerden enthalten, zum Beispiel Digesto Hevert Verdauungstropfen, einer bewährten Kombination mit dem Bitterholz (Quassia amara), der Wasserhyazinthe (Eichhornia) und Okoubaka. Diese Mittel wirken auf verschiedene Organe des Magen-Darm-Trakts regulierend und sorgen für eine Besserung der Verdauungsschwäche und jener Symptome, die daher rühren.


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