Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind für Forscher immer noch ein Rätsel. Jedoch gibt es viele Möglichkeiten, Kopfschmerz zu behandeln.

Kopfschmerzen, die nicht die Folge einer Krankheit sind, lassen sich meistens mit Hausmitteln gut selbst behandeln. | Bild: detailblick-foto – fotolia

Der eine verträgt den Wetterumschwung nicht, dem anderen brummt der Schädel bei Stress oder körperlicher Überanstrengung. Manchmal steckt eine Erkältung dahinter, ein feucht-fröhlicher Abend mit zu viel Alkohol oder jetzt im Sommer zu viel kalte Eiscreme. Kopfschmerzen können viele Auslöser haben. In den meisten Fällen sind sie, zum Glück, harmlos. Und: Sehr häufig helfen Hausmittel.

Über 200 verschiedene Kopfschmerzen gibt es laut Internationaler Klassifikation, einer standardisierten Beschreibung von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation. Sie werden in primäre Kopfschmerzen, denen keine erkennbare Ursache zugrunde liegt, und sekundäre Kopfschmerzen, die Folge einer anderen Erkrankung sind, unterteilt. Zu den primären Kopfschmerzen zählen Spannungskopfschmerzen, Migräne und der seltene Clusterkopfschmerz. Primäre Kopfschmerzen sind in den meisten Fällen harmlos und lassen sich gut selbst behandeln. Trotz intensiver Forschung ist nicht geklärt, warum manche Menschen zu Kopfschmerzen neigen, für andere wiederum der Kopfschmerz ein Fremdwort ist. Die Liste der Auslöser für die Schmerzen im Kopf ist lang. Dazu zählen Stress, Flüssigkeitsmangel, Funktionsbeeinträchtigungen im Kauapparat, schlecht belüftete Räume, eine unergonomische Haltung bei der Arbeit, Wetterumschwünge, Schlafmangel, Rauchen, Alkohol und bei Frauen Hormonschwankungen während des Zyklus sowie die Hormonumstellung in den ersten Monaten der Schwangerschaft. Und, wie eine kanadische Studie entdeckt hat, kann auch Eis, das uns an heißen Tagen so gut schmeckt, Kopfschmerzen auslösen. Die Forscher vermuten, dass sich durch den Kältereiz im Gaumen die Blutgefäße schlagartig erweitern und zu viel Blut ins Gehirn fließt. Der Druck verursacht dann den Kopfschmerz.

Welche Symptome bei welchen Kopfschmerzen

Mit rund 80 Prozent sind Spannungskopfschmerzen die häufigste Kopfschmerzart. Ein dumpfer Druck in der Stirn und Schmerzen, die bis in den Nacken ausstrahlen können, sind ein untrügliches Zeichen für Spannungskopfschmerzen. Sie können episodisch auftreten oder chronisch sein. Die zweithäufigste Kopfschmerzart ist die Migräne. Unter ihr leiden Frauen häufiger als Männer. Heftige, meist halbseitig lokalisierte Kopfschmerzen begleitet von Übelkeit und Erbrechen und Licht- und Lärmempfindlichkeit setzen Betroffene regelrecht außer Gefecht. Die Schmerzen werden als pulsierend beschrieben und besonders stark an Stirn, Schläfen und Augen empfunden. Die selteneren Clusterkopfschmerzen verursachen unerträglich starke, einseitige Schmerzen in Auge, Schläfe und Stirn. Sie führen oft zu einem tränenden Auge, verstopfter Nase sowie zu geschwollenem, rotem Augenlid. Von dieser Kopfschmerzart sind Männer öfter betroffen als Frauen.

Wenn der Auslöser für den Kopfschmerz bekannt ist

So unterschiedlich die Auslöser für die Kopfschmerzen, so verschieden sind die Möglichkeiten, sie wieder los zu werden. Führen schlecht belüftete Räume zu den Schmerzen, schafft häufiges Lüften Abhilfe. Gegen eine unergonomische Haltung am Arbeitsplatz ist es hilfreich, öfter mal aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen und die verkrampfte Muskulatur zu lockern. Wenn es hektisch zugeht, vergessen viele das Trinken. Vielfach reicht es, bei den ersten Anzeichen von Kopfschmerzen einen halben bis einen Liter Leitungswasser oder stilles Wasser zu trinken.

Ist der Kater wegen übermäßigem Genuss von Zigaretten oder Alkohol am Vorabend das Problem, so hilft viel Mineralwasser, eventuell ergänzt durch eine Magnesium- und Kalzium-Tablette.

Sind Funktionsbeeinträchtigungen im Kauapparat oder Schlafmangel für die Kopfschmerzen verantwortlich, dann hilft Ihnen ein Besuch beim Zahnarzt oder im zweiten Fall, einfach mal wieder ordentlich auszuschlafen.

Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Sind die Auslöser naturgegeben, wie etwa bei einem Wetterumschwung, bei Frauen Hormonschwankungen oder die Hormonumstellung in der Schwangerschaft, lohnt es sich zur Erleichterung eines der folgenden Hausmittel auszuprobieren. Bestimmt ist eines darunter, das Ihnen Erleichterung verschafft.

Ein prominentes, gegen Kopfschmerzen wirksames ätherisches Öl enthält die Pfefferminze. Ein paar Tropfen Pfefferminzöl an den Schläfen, auf der Stirn oder im Nacken einmassieren wirkt gemäß einer Studie der Schmerzklinik in Kiel genauso rasch und effektiv wie beispielsweise Paracetamol oder ASS (Aspirin). Deshalb wurde es auch in die aktuelle Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin als Standardmedikament zur Akuttherapie bei Spannungskopfschmerzen aufgenommen. Bei empfindlicher Haut kann das Pfefferminzöl mit Wasser verdünnt werden.

Auch Wärme wirkt bei Kopfschmerzen gut. Ein feuchtwarmes Handtuch, eine Wärmflasche oder ein angewärmtes Kirschkernkissen im Nacken entspannen die Muskulatur und lindern die Kopfschmerzen.

Überhaupt alles, was zur Entspannung und Ruhe beiträgt, wirkt Kopfschmerzen entgegen. Das können Massagen, Akupunktur oder Akupressur sein oder Entspannungstechniken. Bewährt haben sich die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Yoga, Tai Chi oder Qigong.

Akupressur ist ein bewährtes Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Wirksame Energiepunkte sind die Schläfen, der Nasenrücken, der Bereich hinter den Ohren sowie mittig über den Augenbauen.

Bei der Akupressur werden durch leichtes Massieren an bestimmten Stellen des Körpers sogenannte Energiepunkte aktiviert. Ein bewährtes Hausmittel gegen Kopfschmerzen ist die Massage des Sonnenpunktes. Legen Sie einfach Zeige- und Mittelfinger auf die Schläfen und massieren Sie diese unter leichtem Druck und mit kreisenden Bewegungen ca. zwei Minuten. Bild: rrrob | fotolia

Ein Kopfschmerzmittel, das schon in der Pharaonenzeit in Ägypten sehr geschätzt wurde, ist Vanille. Der Extrakt aus der Vanilleschote wurde als dreimal so wirksam beschrieben, wie die bis dahin gebräuchliche Heilpflanze Kurkuma, die zur Gattung der Ingwergewächse gehört. Heute weiß man, dass der Vanilleextrakt das ätherische Öl Eugenol enthält, das schmerzlindernd wirkt und den bei Verkrampfung behinderten Blutfluss verstärkt. Vanilleextrakt gibt es im Reformhaus zu kaufen.

Probieren Sie einfach aus, welches Hausmittel bei Ihnen wirkt. Sind jedoch die Schmerzen zu stark, müssen Sie nicht den Helden spielen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach einem geeigneten Schmerzmittel für den Notfall.

Wenn Stress die Kopfschmerzen verursacht

Sind Hektik und Stress die Auslöser für die Kopfschmerzen, liegt auf der Hand, was zu tun ist. Da sich Stress kaum vermeiden lässt, gilt es für die richtige Balance zwischen An- und Entspannung zu sorgen und die Widerstandskräfte zu stärken. Das beste Mittel zum Stressabbau ist Bewegung. Sie lenkt Druck und Aktivitätsdrang in richtige Bahnen, baut Stresshormone ab und setzt Glücksbotenstoffe frei. Häufig entwickeln sich als Stressfolge auch weitere körperliche Symptome wie Verspannungen, Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Beschwerden. Dies sind Zeichen, dass das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Hier können spezielle Heilpflanzen helfen: Die Wirkstoffe der Traubensilberkerze, der Passionsblume und des Baldrians unterbrechen den Teufelskreis aus Stress, Unruhe und Schlafmangel. Homöopathische Komplexmittel wie beispielsweise Calmvalera Hevert kombinieren diese und weitere ausgewählte natürliche Wirkstoffe, die für Entspannung und Ausgeglichenheit sorgen. So wird Cocculus (Kockelskörner) eingesetzt bei Erschöpfungs- und Schwächezuständen nach Überanstrengung, Schwindelgefühl sowie Kopfschmerzen und Nervenbeschwerden.

Wann zum Arzt?

Gelingt es Ihnen nicht, die Kopfschmerzen selbst in den Griff zu bekommen, dann sollten Sie einen erfahrenen Therapeuten konsultieren. Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft (ÖKSG) und der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft (SKG) zur Selbstmedikation bei Migräne und beim Kopfschmerz vom Spannungstyp sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn

  • Kopfschmerzen an mehr als zehn Tagen pro Monat auftreten.
  • Kopfschmerzen mit weiteren Symptomen wie Lähmungen, Gefühls-, Seh-, Gleichgewichtsstörungen, Augentränen oder starkem Schwindel einhergehen. Auch solche Kopfschmerzen sind im Allgemeinen durchaus harmlos, doch sollte eine genaue ärztliche Abklärung erfolgen.
  • Kopfschmerzen mit psychischen Veränderungen wie Störungen des Kurzzeitgedächtnisses oder Störungen der Orientierung zu Zeit, Ort und Person einhergehen.
  • Kopfschmerzen erstmals im Alter von über 40 Jahren auftreten.
  • Kopfschmerzen in ihrer Intensität, Dauer und/oder Lokalisation unüblich sind.
  • Kopfschmerzen erstmals während oder nach körperlicher Anstrengung auftreten und/oder sehr stark sind und in den Nacken ausstrahlen.
  • Kopfschmerzen von hohem Fieber begleitet sind.
  • Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung, z. B. einem Sturz auftreten.
  • Kopfschmerzen trotz Behandlung an Häufigkeit, Stärke und Dauer zunehmen.
  • Kopfschmerzen zusammen mit einem epileptischen Anfall und Bewusstlosigkeit auftreten.
  • Kopfschmerzen nicht mehr auf die bisher wirksamen Medikamente ansprechen.

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Gerade in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft haben viele Frauen oft Kopfschmerzen. Daran kann die Hormonumstellung im ersten Drittel der Schwangerschaft schuld sein. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel liegt es eher an Stress oder Überlastung, wenn Kopfschmerzen auftreten. Mit Medikamenten sollten schwangere Frauen aber besonders vorsichtig sein. Ein Versuch, mit einem der oben genannten Hausmittel lohnt sich auf alle Fälle. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen, bevor sie zu Tabletten greifen. Sie erfahren dort, in welchem Schwangerschaftsabschnitt welche Medikamente empfohlen werden.



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