Dauerhafter Stress schwächt das Immunsystem

Dauerhafter Stress hat einen negativen Einfluss auf die Arbeit verschiedener Immunzellen und schwächt dadurch die körpereigenen Abwehrkräfte

Dauerhafter Stress hat einen negativen Einfluss auf die Arbeit verschiedener Immunzellen und schwächt dadurch die körpereigenen Abwehrkräfte. | Bild: contrastwerkstatt – fotolia

Was ein erhöhtes Stressniveau im Körper anrichten kann, wird nun vermehrt von medizinischer Seite beleuchtet. Es steht fest: dauerhafter Stress hat einen negativen Einfluss auf die Arbeit verschiedener Immunzellen des Körpers und schwächt dadurch die körpereigenen Abwehrkräfte. Deshalb ist der Körper in stressigen Zeiten mit seinem geschwächten Immunsystem besonders anfällig für Erkältungen aber andere Krankheiten.

Wie reagiert der Körper auf Stress durch hohe Belastung?

Leidet ein Patient unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Spannungskopfschmerzen oder wiederkehrenden Infekten, wie Blasenentzündungen oder chronischer Nasen-Nebenhöhleninfektion, ist es ratsam, auch nach möglichen psychosozialen Belastungsfaktoren zu suchen.
Denn in erhöhten Stresssituationen gerät der Hormonhaushalt des menschlichen Körpers aus seinem natürlichen Gleichgewicht. Neueste Studien belegen, dass Menschen je nach Persönlichkeitstyp grundsätzlich unterschiedlich reagieren: Während bei Personen mit einem eher kämpferischen Naturell das Hormon Noradrenalin freigesetzt wird um den Belastungen die Stirn bieten zu können, schütten ängstliche Menschen vermehrt Adrenalin aus und möchten am liebsten wegrennen. Große Mengen an Kortisol findet man im Organismus von depressiven und introvertierten Menschen. Der erhöhte Kortisol-Spiegel wirkt sich direkt negativ auf das Immunsystem des Körpers aus und schwächt die körpereigene Abwehr.

Stress reduziert die Bakterienabwehr und ermöglicht Infektionen

Chronischer Stress führt zu einer Erschöpfung der zentralen Hormonsteuerungsfunktion des menschlichen Körpers. Wichtige Funktionsbereiche des Immunsystems werden dadurch negativ beeinflusst: Die Aktivität der sogenannten Killerzellen nimmt deutlich ab, die Konzentration des Schleimhaut-Antikörpers Immunglobulin A (IgA) sinkt. IgA kommt in Körperflüssigkeiten (z.B. im Bereich der Genitalien) und auf der Schleimhaut (z.B. im Bereich der Atemwege) vor. Bei zu niedriger Konzentration des Antikörpers ist die Bakterienabwehr geschwächt und es kommt häufiger zu Infektionen, wie Blasenentzündungen und Atemwegsinfekten. Besonders bei Frauen mit wiederkehrender Entzündung von Blase und Harnwegen sollte daher an Belastungsfaktoren im Alltag gedacht werden.
Entspannungsübungen wie Muskel- und Tiefenentspannung können bei Stress Abhilfe schaffen. Anspannungen werden gelöst, das Immunsystem gestärkt, der IgA-Spiegel steigt. Dem Körper ausreichend Entspannung und Ruhe gönnen, darf auch in Zeiten hoher Belastungen in Beruf und Alltag nicht zu kurz kommen, um gesund zu bleiben.

Sehen Sie hier unser Dossier zum Thema Stress



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