Ohrenschmerzen durch Sinusitis

Untersuchungen haben gezeigt, dass Antibiotika bei einer Nasenhöhlenentzündung nur begrenzt wirksam sind. Hausmittel können also die bessere Wahl sein.

Bei einer Sinusitis staut sich der Schleim in den Nasennebenhöhlen. Das kann zu Entzündungen und Kopf- sowie Ohrenschmerzen führen. | Bild: contrastwerkstatt – Fotolia

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist für die Betroffenen sehr unangenehm. Doch können zu einer Sinusitis Heiserkeit, Husten oder Schmerzen in der Stirn, hinter den Augen und sogar Ohrenschmerzen hinzukommen. Eine gestörte Belüftung der eustachischen Röhre ist nur eine Möglichkeit, wie eine Nasennebenhöhlenentzündung Ohrenschmerzen auslösen kann. Gegen Ohrenschmerzen helfen altbewährte Hausmittel wie der Zwiebelwickel, aber auch homöopathische Mittel. So kann eine Nasennebenhöhlenentzündung Ohrenschmerzen auslösen.

Bei einem Schnupfen schwellen die Nasenschleimhäute an, sodass der vermehrt auftretende Schleim schlechter abfließen kann. Dadurch staut er sich in den Nasennebenhöhlen. Siebbein und Kiefernhöhlen werden dann leicht von Entzündungen heimgesucht, und es kommt zu dem typischen Nasen-, Kopf- und Augendruck bei einer Sinusitis. Die angesiedelten Keime können nun weiter zum Ohr aufsteigen. Denn die Ohrtrompete verbindet den Nasen-Rachenraum mit dem Mittelohr. Sie wird durch das Sekret ebenfalls verstopft. Dadurch entsteht ein Sekretstau im Mittelohr und die Keime setzen sich in der Paukenhöhle fest, was die Entzündung und damit die Ohrenschmerzen auslöst.

Doch selbst wenn keine Keime ins Mittelohr eindringen, die Verstopfung der Ohrtrompete kann einen unangenehmen Unter- oder Überdruck im Mittelohr verursachen. Auch ist es möglich, dass durch die Sinusitis Nerven gereizt werden, die das Ohr versorgen oder in seiner Nähe verlaufen.

Symptome einer akuten Sinusitis mit Ohrenschmerzen

Der akuten Nasennebenhöhlenentzündung geht meist eine Erkältung voraus. Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen, Heiserkeit, Kopfschmerzen und Fieber sind daher häufig auftretende Symptome. Müdigkeit und Abgeschlagenheit treten ebenfalls sehr oft auf.

Durch die Entzündung der Nasennebenhöhlen entstehen zudem drückende Schmerzen in der Stirn, hinter den Augen oder im Wangenbereich. Sie verstärken sich beim Vorbeugen oder wenn der Kopf nach unten gehalten wird. Aufgrund der anatomischen Nähe von Zähnen und Ohren kann es auch zu Zahnschmerzen und Ohrenschmerzen kommen. Typisch ist, dass die Schmerzen genau lokalisiert werden können und manchmal sogar sichtbare Schwellungen im Gesicht auftreten.

Homöopathie bei Ohrenschmerzen und Sinusitis

Bei der Behandlung von Ohrenschmerzen mit Homöopathie geht es insbesondere darum, eine schleimlösende, abschwellende und entzündungshemmende Wirkung zu erzielen. Als Schleimlöser sind zum Beispiel Kalium bichromicum und Luffa bekannt. Lachesis und Hepar sulfuris wirken zudem entzündungshemmend. Apis lindert die Schwellungen, die auch zu Ohrenknacken oder einer verringerten Hörleistung führen können. Insbesondere bei chronischen Prozessen oder wenn die Entzündung nicht schnell abklingen möchte, ist Silicea gut geeignet. Bei Entzündungen und stechenden Schmerzen des Gehörgangs kommt beispielsweise Bryonia zum Einsatz. Tritt außerdem hohes Fieber mit heißem Kopf und kalten Füßen auf, wird Belladonna empfohlen.

Komplexmittel der Homöopathie

Darüber hinaus gibt es gegen Sinusitis spezielle Zusammenstellungen in Form von homöopathischen Komplexmitteln, die die meisten genannten Symptome abdecken und es besonders homöopathischen Laien erleichtern, eine Behandlung vorzunehmen, ohne die einzelnen Symptome genau einordnen zu müssen. Sinusitis Hevert SL ist solch ein homöopathisches Komplexmittel, das elf aufeinander abgestimmte homöopathische Arzneistoffe beinhaltet. Es wirkt daher gleichzeitig abschwellend und entzündungshemmend – und behandelt die Begleiterscheinungen, wie Kopfdruck, Zerschlagenheit und den Niesreiz.

Wirksame Hausmittel bei Sinusitis und Ohrenschmerzen

Untersuchungen haben gezeigt, dass Antibiotika bei Nasennebenhöhlenentzündungen nur begrenzt wirksam sind – Hausmittel sind oft die bessere Wahl. Hier finden Sie eine Auswahl der wichtigsten:

Inhalieren mit Dampfbädern bei Sinusitis

Um den Schleim zu lösen und die Schleimhäute zu befeuchten, sollten Sie täglich zwei bis vier Dampfbäder mit ätherischen Ölen und Kamille durchführen. Die Durchblutung der Schleimhäute wird angeregt, wodurch sie für längere Zeit abschwellen und Schmerzen verringert werden. Geben Sie 1 Liter Wasser sowie je einen Esslöffel Thymiantee und Kamillenblüten hinzu und bringen Sie den Tee zum Kochen. Nun nehmen Sie den Topf vom Herd, fügen je 3 Tropfen Eukalyptus-, Rosmarin- und Minzöl hinzu und inhalieren unter einem Handtuch für 10 bis 15 Minuten. Achten Sie darauf, dass der Dampf nicht zu heiß für die Schleimhäute ist und wärmen Sie gegebenenfalls nach ein paar Minuten das Dampfbad erneut an, wenn es nicht mehr dampft. Für kleine Kinder ist diese Form der Inhalation nicht geeignet, da ernst zu nehmende Atemwegsbeschwerden auftreten können.

Zwiebelwickel bei Ohrenschmerzen

Zwiebelwickel oder Zwiebelsäckchen lindern Ohrenschmerzen und wirken Mittelohrentzündungen entgegen. Dafür wird eine mittelgroße Zwiebel fein gehackt und in ein Baumwolltuch oder ähnliches gewickelt. Das Säckchen sollte mehrfach geknetet werden, um den Zwiebelsaft ins Tuch zu pressen. Es wird dann auf das schmerzende Ohr gelegt und mit einem Stirnband oder einer Mütze am Ohr fixiert. Das Säckchen kann ebenfalls auf die Stirn oder die Wangen gelegt werden, um dort den Abtransport von Schleim zu fördern. 20-30 Minuten sollte es belassen werden. Ein vorheriges Erwärmen der gehackten Zwiebel kann den heilenden und schmerzlindernden Effekt verstärken.

Diese Hausmittel helfen ebenfalls bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Mit einer handelsüblichen Nasendusche und Spülsalz können Sie die Nasennebenhöhlen sanft von festsitzendem Schleim befreien und die Schleimhäute pflegen. Auch Quarkwickel, auf die betroffenen Stellen gelegt, wirken antientzündlich und schmerzlindernd. Und Tees aus Pfefferminz, Kamille und Salbei desinfizieren und befreien die Atemwege. Achten Sie während der Erkältung darauf, den Verzehr von Milchprodukten möglichst einzuschränken, da diese schleimbildend wirken und den Heilungsprozess verzögern können. Stattdessen sollten Sie ausreichend warmes Wasser und Kräutertees trinken, um zähflüssiges Nasensekret besser löslich zu machen und dem Körper den Abtransport der Keime zu erleichtern.



Antworten

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren und Leser-Tags zu vergeben.